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Grußworte

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Grußwort von Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft über die diesjährige 6. deutsch-türkische Buchmesse übernommen.

Bereits der Name „Liestanbul“ macht neugierig auf die kulturelle Begegnung zwischen dem Ruhrgebiet und Istanbul.

Ich gratulieren ausdrücklich zu dem vielfältigen Programm, von dem ich sicher bin, dass es ein großes gemeinsames Publikum finden wird.

Die Besucherinnen und Besucher erfahren unterschiedliche Facetten Istanbuls. Neben Lyrik und der Vorstellung großer Literaten, die in Istanbul gelebt und gewirkt haben, gibt es den „Mord am Bosporus“, einen Abend, bei dem türkische Kriminalautorinnen und Kriminalautoren vorgestellt werden. Auch dem Fußball als Kulturphänomen ist eine eigene Veranstaltung gewidmet. Auf deren Ergebnisse dürfen wir sicher gespannt sein, wenn wir an die vielen Fußballer und zunehmend auch Fußballerinnen im Ruhrgebiet denken, die selbst türkische Wurzeln haben.

Natürlich beschäftigt sich die deutsch-türkische Buchmesse auch mit Themen wie „Satire als politische Waffe“ oder mit dem „was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben“.

Besonders freue ich mich darüber, dass die Buchmesse auch in diesem Jahr nicht auf Besucherinnnen und Besucher wartet, sondern selbst an verschiedene Orte geht und z. B. Kindern und Jugendlichen Autorinnen und Autoren vorstellt. Den Zugang zu Literatur zu erleichtern, ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Bildung, aber auch zur Entwicklung eines gemeinsamen kulturellen Verständnisses. Die breite Palette von Literatur, die auf der Messe selbst vorgestellt wird, bietet hervorragende Anregungen für Pädagoginnen und Pädagogen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Ich wünsche der Buchmesse „Liestanbul“ ein wunderbares Publikum und den Besucherinnen und Besuchern viele neue Eindrücke von Istanbul und der türkischen Kultur und Literatur.

Ihr Guntram Schneider

Grußwort von Andreas Bomheuer, Beigeordneter für Kultur und Integration der Stadt Essen

Nach fünf erfolgreichen Veranstaltungen hat sich die deutsch-türkische Buchmesse in Essen etabliert und sich zum größten deutsch-türkischen Literaturfestival in Deutschland entwickelt. Die diesjährige 6. Ausgabe mit dem Titel „Liestanbul“ bezieht sich – wie könnte es im Jahr 2010 auch anders sein? – auf die gemeinsame Kulturhauptstadtwürde Essens und Istanbuls. Das Thema passt nicht nur gut in die Zeit, sondern auch ganz hervorragend ins Programm. Denn die Experten-Jurys, deren Votum Essen und dem Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt-Nominierung verhalfen, zeigten sich besonders beeindruckt von der interkulturellen Kompetenz und Erfahrung der Region. Ausdrücklich wurde der Modellcharakter des Ruhrgebiets mit seinen 170 Nationen für das übrige Europa hervorgehoben. Daraus resultieren Erwartungen gerade im Hinblick auf die Programminhalte im Kulturhauptstadt-Jahr, denen die deutsch-türkische Buchmesse in idealer Weise Rechnung trägt. Sie eignet sich bestens dazu, das interkulturelle Profil Essens zu schärfen.

Überdies halte ich das Entwicklungspotenzial der Buchmesse für beträchtlich, denn ihr Angebot trifft auf einen großen Bedarf. Sie ist viel mehr als ein Festival des Lesens und ein interessanter Beitrag zum interkulturellen Dialog: nämlich ein wichtiger Baustein einer gemeinsamen Alltagskultur. Wir wollen ja die Gemeinsamkeiten pflegen und die Unterschiede schätzen lernen. Und was könnte mehr wechselseitige Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen erzeugen als ein Austausch von und über Literatur? Literatur bleibt nicht der Oberfläche verhaftet, Literatur legt Seelen bloß und ermöglicht ein wirkliches Kennenlernen als Voraussetzung für fruchtbares Zusammenleben und Zusammenarbeiten.

Ich würde mich freuen, wenn das gute Beispiel der Buchmesse auch neue Ideen für interkulturelle Projekte hervorbrächte. An einem aufmerksamen und wissbegierigen Publikum, in das ich mich gern einreihe, wird es gewiss nicht mangeln.

Andreas Bomheuer
Beigeordneter für Kultur und Integration der Stadt Essen

30. September 2010