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Autoren

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Autoren

Sunay Akin

Sunay Akın, 1962 in Trabzon geboren, ist Dichter, Schriftsteller und Journalist. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er ab 1984 in Zeitschriften. Charakteristisch für seine Gedichte sind sein kurzer und prägnanter, vom Augenblick inspirierter Stil, der aber auch weich und lyrisch sein kann. 2005 eröffnete er in Istanbul ein Spielzeug-Museum mit Spielzeugen aus aller Welt, die er selbst gesammelt hat.

Fİlİz Alİ

Filiz Ali wurde 1937 in Istanbul geboren. Die Tochter des Schriftstellers Sabahattin Ali ist Pianistin und Musikwissenschaftlerin. 1958 absolvierte sie die Hochschule für Musik in Ankara. Nachdem sie ihr Fulbrightstipendium für Musik in den USA erfolgreich beendete, arbeitete sie an der New England Conservatory of Music in Boston und an der Mannes College of Music in New York. In den Jahren von 1990 bis 2005 war sie Lehrstuhlinhaberin im Fach Musik an der Mimar Sınan Universität in Istanbul. Zudem ist sie Gründerin und Direktorin der internationalen Musikakademie in Ayvalık. Die Stellvertreterin des internationalen Musikrats und des europäischen Musikrats, Filiz Ali, veröffentlichte insgesamt sieben Bücher über Musik und unterrichtet heute „Major Works of Classical Music“an der Sabancı Universität.

Sabahattin Ali

Sabahattin Ali wurde 1907 in Gümülcine (im heutigen Nordgriechenland) geboren. Von 1928 bis 1930 studierte er in Berlin und arbeitete später als Deutschlehrer in der Türkei. Zusammen mit Aziz Nesin gab er satirische und literarische Zeitschriften heraus, wurde jedoch aufgrund seiner sozialkritischen Positionen immer wieder verhaftet. Beim Versuch, nach Bulgarien zu fliehen, wurde Sabahattin Ali am 2. April 1948 kurz vor der Grenze in Kırklareli ermordet. Die genauen Umstände seines Todes konnten nie vollständig geklärt werden. Sabahattin Ali gilt als Großmeister der türkischen Prosa, seine Werke gehören zu den Klassikern der literarischen Moderne (Unionsverlag).

DEHEN ALTINER

Dehen Altıner, Professorin der Biochemie, arbeitete an drei unterschiedlichen Universitäten der Türkei, darunter an der Istanbul Universität. Während ihrer akademischen Karriere musste sie gegen Schikanen und Unterdrückungen des Fakultätsdekans kämpfen und reichte schließlich gegen ihn eine Klage auf geistige Entschädigung ein. Sie gewann den Rechtsstreit und ihr Fall sorgte als Präzedenzfall für große Schlagzeilen in den türkischen Medien. Vor ihrer akademischen Karriere machte Altıner literarische Übersetzungen und war als Journalistin tätig. Über die wissenschaftlichen Publikationen hinaus, veröffentlichte sie ein Essay mit dem Titel Biologie der Freiheit. Ihr erster Roman Dem Gedächtnis auf der Spur, der das Verhältnis zwischen einem an Alzheimer erkrankten Vater und seiner Tochter thematisiert, erschien 1999. Ein Jahr später erfolgte die zweite Auflage des Romans. Geliebte Universität ist Altıners zweiter Roman und sie arbeitet derzeit an ihrem dritten Roman.

Esmahan Aykol

Esmahan Aykol, 1970 in Edirne in der Türkei geboren, lebt in Berlin und Istanbul. Während des Jurastudiums arbeitete sie als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Darauf folgte ein Intermezzo als Barkeeperin. Heute konzentriert sie sich aufs Schreiben. Scheidung auf Türkisch ist der dritte Kati-Hirschel-Roman.

Heinz-Jürgen Axt

Prof. Heinz-Jürgen Axt ist Inhaber eines Jean Monnet-Lehrstuhls an der Universität Duisburg-Essen, Leiter der Jean Monnet-Forschungsgruppe, Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft, München, Leiter der Zweigstelle Duisburg der Südosteuropa-Gesellschaft, Mitglied im Vorstand des Zentrums für Türkeistudien, im International Advisory Board der Cyprus Review und im Advisory Board des Turkish Institute for Security and Democracy (TISD), Washington D.C.

Tanil Bora

Tanıl Bora wurde 1963 in Ankara geboren. Er studierte an der politischen Fakultät der Ankara-Universität Politologie. Zurzeit lehrt er an der Fakultät für Politikwissenschaften der Ankara Universität über die politischen Ideologien in der Türkei. Seit 1988 arbeitet er als Lektor für Sachbücher beim İletişim-Verlag. Außerdem ist er Mitherausgeber der sozialistischen Kultur Zeitschrift Birikim und Chefredakteur der Zeitschrift für Sozialwissenschaften Toplum ve Bilim. Seine Schwerpunkte als Schriftsteller sind politische Ideologien in der Türkei, insbesondere rechte Ideologien und kritische Analysen über den Nationalismus. Zudem schreibt er seit dem Jahre 2000 bei der Zeitung Radikal Essays über die Fußballwoche.

Hasan Cemal

Hasan Cemal ist einer der prominentesten Kolumnisten der Türkei. Er war lange Zeit Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet. Heute arbeitet er für die Milliyet. Cemal ist der Enkel des jungtürkischen Regierungsmitglieds und Gründers des „Komitees für Einheit und Fortschritt“ Cemal Pascha im Osmanischen Reich. Der Journalist gehört zu den linksliberalen Intellektuellen und ist bekannt für sein Engagement in der Kurdenfrage und seiner Kritik am türkischen Militär. Für großes Aufsehen sorgte er im Jahre 2009 mit seinem Interview mit dem PKK-Führer Murat Karayılan. Cemal ist Autor von mehreren Büchern und hat für seine Arbeit mehrere Auszeichnungen erhalten.

Ümit Cİzre

Prof. Dr. Ümit Cizre zählt zu den angesehensten Politologinnen in der Türkei. Sie hat einen Lehrstuhl an der Istanbul Şehir University. Sie war am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz (Italien) und an der Princeton Universität (USA) tätig. Die Expertin für die Innenpolitik der Türkei ist gleichzeitig Autorin zahlreicher internationaler Publikationen und Aufsätze.

Nevfel Cumart

Nevfel Cumart wurde 1964 in Lingenfeld geboren. Er zählt mit fünfzehn Gedichtbänden zu den produktivsten Lyrikern seiner Generation in Deutschland. Neben Lyrikbänden in Deutsch, Englisch und Türkisch veröffentlichte Cumart auch eine Sammlung mit Erzählungen. Außerdem publizierte er zahlreiche Prosabeiträge, Aufsätze und literarische Essays in diversen Anthologien und Fachpublikationen. Ausgewählte Gedichte von ihm wurden ins Polnische, Russische und Griechische übersetzt. Cumart übersetzte aus den Werken türkischer Autoren, darunter auch Yaşar Kemal, Aziz Nesin, Inci Aral, Celil Oker, Fazil Hüsnü Dağlarca und Yaşar Nuri Öztürk. Darüber hinaus publizierte er zahlreiche Aufsätze, Porträts und Rezensionen über die türkische Literatur der Moderne sowie diverse Themen zum Islam. Für sein literarisches Werk erhielt Cumart diverse Literaturpreise und Stipendien, darunter auch die Literatur-Förderpreise der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Bayern.

Kai Diekmann

Kai Diekmann, geboren 1964 in Ravensburg und aufgewachsen in Bielefeld, begann 1985 als Volontär beim Axel Springer Verlag. Er war Korrespondent der Bild-Zeitung in Bonn und Chefreporter der Zeitschrift Bunte. 1992 kehrte er zur Bild-Zeitung zurück. 1998 wurde er Chefredakteur der Welt am Sonntag und 2001 Chefredakteur der Bild-Zeitung. Er wurde zweimal mit der Goldenen Feder ausgezeichnet. Gemeinsam mit Ralf Georg Reuth verfasste er das Buch von Helmut Kohl Ich wollte Deutschlands Einheit. Zuletzt erschien von ihm Der große Selbstbetrug. Wie wir um unsere Zukunft gebracht werden. Kai Diekmann lebt mit seiner Familie bei Berlin.

Hrant Dink

Hrant Dink (* 15. September 1954 in Malatya, † 19. Januar 2007 in Istanbul) war Armenier und türkischer Staatsbürger, Journalist und einer der Herausgeber der in Istanbul erscheinenden zweisprachigen Wochenzeitung Agos. Der von nationalistischen Kräften in Gesellschaft und Justiz seit Jahren verfolgte Redakteur wurde auf offener Straße erschossen.

Enver Ercan

Enver Ercan, geboren 1958 in Istanbul. Seit 1984 arbeitete er für die Presse vor allem in den Kunst-Kultur und Literatur Rubriken der Zeitungen Hürriyet und Sabah. Zudem bereitete er fürs Radio und Fernsehen Literatur Sendungen vor. Er arbeitete als Herausgeber und Berater bei Verlagen und gründete den Komşu Yayınevi Verlag, für den er 1996 den Mehmet Fuat Verlagspreis erhielt. Ercan ist Herausgeber zahlreicher Literaturzeitschriften und der politischen Zeitschrift Siyahi. Seit 1990 ist er Chefredakteur der bedeutenden türkischen Literaturzeitschrift Varlık. Im Jahre 2005 wurde er zum Vorsitzenden der Türkischen-Autoren-Gewerkschaft ernannt und geht dieser Tätigkeit heute noch nach. Für sein Lyrikbuch Geçtiği Herşeyi Öpüyor Zaman erhielt er den Cemal Sürreya Lyrik Preis und den Yunus Nadi Lyrik Preis.

Doğu Ergİl

Prof. Dr. Doğu Ergil ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler der Türkei. Er lehrt und forscht an der Ankara-Universität. In den 90er Jahren veröffentlichte Ergil die erste große Studie über die Kurdenfrage in der Türkei, die heftige Proteste und Kontroversen mit sich brachte. In diesem Jahr zog Prof. Ergil erneut die Aufmerksamkeit auf sich, indem er eine umfassende Studie zur Fethullah Gülen-Bewegung veröffentlichte.

Klaus Liebe-Harkort

Klaus Liebe-Harkort studierte Turkologie und Germanistik, machte zahlreiche institutsinterne und externe Fortbildungen zu den folgenden Themen: Sprachvermittlung unter schwierigen Bedingungen, Fremdsprache in der Migration, Konfliktbewältigung in der Migrationsgesellschaft, Türkisch für Deutsche, Kulturbegegnung mit Türken, Muttersprachen in Deutschland, Wörter als Kulturträger. Zurzeit ist er der 1. Vorsitzender des Fördervereins der Nesin-Stiftung (FöNeS) und sehr oft auch in Istanbul bei der Nesin-Stiftung, um die Arbeit vor Ort zu unterstützen.

Nazİm Hikmet

Nazım Hikmet Ran wurde 1902 in Thessaloniki geboren. Hikmet hat sich sein Leben lang leidenschaftlich mit politischen Fragen beschäftigt. Zunächst stellte er sich in den Dienst der bürgerlichen Revolution. Nach dem Siege Mustafa Kemals ging er zur linken Opposition über. Er arbeitete als Journalist und Dichter und wurde zum charismatischen Anführer der türkischen Avantgarde, verfasste innovative Gedichte, Theaterstücke und Filmszenarien. Wegen seiner revolutionären politischen Tätigkeit wurde er mehrmals vor Gericht gestellt und zuletzt 1938 wegen Hochverrats zu 29 Jahren Einzelhaft verurteilt. Er war Mitglied des Weltfriedensrates. Seine Gedichte und Lieder wurden zur Stimme der Friedensbewegung und in viele Sprachen übersetzt. Nazım Hikmet starb am 3. Juni 1963 in Moskau.

DOĞAN HIZLAN

Doğan Hızlan wurde 1937 in Istanbul geboren. Nach Beendigung der Schulausbildung, begann er Jura zu studieren. Doğan Hızlan, dessen erster Artikel im Jahre 1954 veröffentlicht wurde, leitete die Kunstrubriken verschiedener Zeitschriften. Nebenbei veröffentlichte er Literaturkritiken in vielen Zeitungen und Zeitschriften. Im Jahre 1980 veröffentlichte er eine Kindergeschichtensammlung mit dem Titel Bayram Gömleği (Das Festhemd). Nach 1980 leitete er die Zeitschrift Gösteri. In über 20 verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht er seine Literaturkritiken und Rezensionen. Heute ist er bei der Zeitung Hürriyet als Berater für die Publikation und am Projekt TEDA (Förderprojekt für die türkische Literatur) im Beratungskomitee tätig.

Karin Karakaşlİ

Karin Karakaşli wurde 1972 in Istanbul geboren. Sie studierte Interpretation und Übersetzung ausländischer Sprachen an der Boğaziçi Universität. 1996-2006 war sie Herausgeberin und Chefredakteurin der türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos. Zurzeit studiert sie komparative Literatur und ist Tutorin des Faches Englisch.

Orhan Karavelİ

Orhan Karaveli, wurde 1930 in Ankara geboren. Sein Studium absolvierte er an der juristischen Fakultät der Istanbul Universität und an der Polytechnikumschule in London.Er arbeitete bei Zeitungen wie Yeni Istanbul, Milliyet, Vatan und Cumhuriyet. Zahlreiche Bücher wurden von ihm publiziert. Für seinen über 50-jährigen Dienst in der türkischen Presse erhielt er im Jahre 2004 den Burhan Felek Pressedienstpreis und eine Presseehrenkarte. Orhan Karaveli ist der letzte türkische Journalist, der mit dem türkischen Dichter Nazim Hikmet gesprochen hat. Dazu veröffentlichte er im Jahre 2002 sein Buch Tanidigim Nazim Hikmet (Der Nazim Hikmet, den ich kennenlernte), die Zusammenfassung des Buches entspricht den originalen Dokumenten.

Metİn Kaygalak

Metin Kaygalak, wurde 1968 in Bingöl geboren. Er studierte an der Uludağ Universität Betriebswirtschaftslehre. Sein erstes Gedicht Ronya wurde im Rahmen des von der Zeitung Güneş organisierten Wettbewerbs junger Dichter veröffentlicht. Dieser Veröffentlichung folgten mehrere seiner Gedichte, Prosatexte und Interviews. Sein erstes Lyrikbuch Yüzümdeki Kuyu publizierte er im Jahre 1998.

Hannes Krauss

Hannes Krauss wurde 1945 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium in Tübingen und Berlin zunächst Lehrer, seit 1973 Akademischer Rat an der Universität Essen. Publikationen zur Gegenwartsliteratur, aber auch Herausgabe eines Themenheftes der Zeitschrift Der Deutschunterricht über Fußball – Medien – Kultur (1998).

Ayşe Kulin

Ayşe Kulin, geboren 1941 in Istanbul als Tochter von Muhittin Kulin, einem Bosnier, der das Wasserministerium aufbaute, und Sitare Hanım, einer Tscherkessin und Enkelin des ersten osmanischen Wirtschaftsministers. Kulin wuchs in Ankara auf, verbrachte die Sommermonate aber bei der Familie ihrer Mutter in Istanbul, die noch dem traditionellen osmanischen Kodex verpflichtet war – beide Welten beeinflussten gleichermaßen ihr Schreiben. In Ankara ging Kulin zur Schule, besuchte das Gymnasium in Istanbul und studierte am American College for Girls Literaturwissenschaften. Während des ersten Militärputsches am 27. Mai 1960 war sie eine aktive Sozialdemokratin. In den 80er Jahren arbeitete Kulin als Redakteurin und Reporterin für diverse türkische Zeitungen und Zeitschriften, als Produzentin fürs Fernsehen für Werbespots und Kinofilme. Für ihre Erzählung Fotografien von Sabah (Foto Sabah Resimleri) erhielt sie 1996 den Sait-Faik-Preis für Kurzgeschichten. Einige Mal wurde sie als Autorin des Jahres ausgezeichnet, viele ihrer Erzählungen und Romane wurden verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seit 2007 ist sie ehrenamtliche UNICEF-Botschafterin.

MARİO LEVİ

Mario Levi, 1957 in Istanbul geboren und dort aufgewachsen, stammt aus einer jüdischen Familie. Nach seinem Romanistikstudium verantwortlicher Redakteur für die Kulturseite der Zeitung der jüdischen Minderheit in Istanbul, Salom, und Mitglied des Redaktionsvorstands der Zeitschrift Hokka, lehrt er heute an der Yeditepe-Universität in Istanbul Kommunikationswissenschaften. In seinen Romanen und Kurzgeschichten, die geographisch alle in Istanbul angesiedelt sind, bemüht er sich um eine Vermittlung des Lebensgefühls von nichtmuslimischen Bevölkerungsgruppen in der Türkei. Mario Levi erhielt zahlreiche Preise für seine Werke.

Zülfü Lİvanelİ

Zülfü Livaneli, 1946 in Konya-Ilgın (Türkei) geboren, war in den 70er Jahren wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen. Seit seiner Rückkher 1984 ist er einer der bekanntesten Sänger der Türkei – mit internationalen Erfolgen. Er schrieb zu über dreißig Filmen die Filmmusik und komponierte rund dreihundert Lieder. In Europa und den USA gab er hunderte von Konzerten. Für sein Schaffen als Filmregisseur und als Autor erhielt er verschiedene Preise. Seit 1995 ist Livaneli UNESCO-Botschafter und war auch einige Jahre Mitglied des türkischen Parlaments. Er setzte sich besonders für die türkisch-griechische Aussöhnung ein.

Petros Markaris

Petros Markaris wurde 1937 in Istanbul geboren. Sein Vater schickte ihn zum Volkswirtschaftstudium nach Wien. Weit weg von zu Hause machte der „Student“, was er wollte: Er begann zu schreiben. Petros Markaris ist Verfasser von Theaterstücken, Schöpfer einer Fernsehserie, Co-Autor des Filmemachers Theo Angelopoulos und Übersetzer von vielen deutschen Dramatikern, u.a. von Brecht und Goethe. Sein Kommissar Kostas Charitos wird oft in einem Atemzug mit Wallander, Montalbano und Brunetti genannt und seine Bücher erscheinen in 14 Sprachen. Petros Markaris lebt in Athen.

Alİ Nesİn

Ali Nesin wurde 1956 in Istanbul geboren. 1977–1981 studierte er in Paris Mathematik. Seine Dissertation schrieb er über mathematische Logik und Algebra an der Yale Universität in den USA. In den Jahren von 1985 bis 1986 war er als Dozent an der kalifornischen Universität am Campus Berkeley tätig. Als er für kurze Zeit in die Türkei reiste um seinen Wehrdienst zu absolvieren, wurde er wegen seiner Behauptung Antrieb des Militärs zum Aufstand festgenommen und am Ende des Gerichtsverfahrens wurde sein Reisepass beschlagnahmt. Als er seinen Reisepass zurückbekam, ging Nesin wieder ins Ausland. Im Jahre 1995 kehrte Ali Nesin mit dem Tod seines Vaters Aziz Nesin wieder in die Türkei zurück und übernahm die Leitung der Nesin Stiftung. Zudem ist er Lehrstuhlinhaber im Fach Mathematik an der Bilgi Universität in Istanbul.

Azİz Nesİn

1915 in Istanbul geboren, 1995 in Izmir gestorben, wuchs in Istanbul auf. Nach dem Abschluss einer Kadettenschule war er bis zu seiner Entlassung als Offizier tätig (1939–44). Danach schrieb er für Zeitungen und gab bald sein erstes Satiremagazin heraus. Seine politische Tätigkeit brachte ihm in den Jahren des Kalten Krieges oft Haftstrafen und die Schließung seiner Zeitschrift ein, die er immer wieder unter einem anderen Titel publizierte. Nach dem Putsch initiierte er die kritische Petition der Intellektuellen gegen die herrschenden Militärs (1984) und die Veröffentlichung von Die satanischen Verse von S. Rushdie auf Türkisch. 1972 gründete er die Nesin-Stiftung für Waisenkinder, deren Heim er bis zu seinem Tod leitete. Nesins erste Sammlung erschien 1946, auf die weitere erfolgreiche satirische Bände folgten und ihn zu einem der meistgelesenen Autoren in der Türkei und in Übersetzungen überall auf der Welt machten. 1985 wurde er in der Bundesrepublik Deutschland und in England zum Ehrenmitglied des PEN-Clubs ernannt. Mit seinen zahlreichen Satiren, Fabeln, Märchen, Romanen, Theaterstücken, Gedichten, Essays und Kritiken, die zum größten Teil in andere Sprachen übersetzt worden sind, gehört Nesin zu den meistgelesenen Autoren der Türkei.

ErtuĞrul Özkök

Ertuğrul Özkök, geboren 1947 in Izmir, ist Absolvent der Fakultät für politische Wissenschaften der Ankara Universität. Den Besuch der Journalistenschule schloss er mit einem Bachelor ab. Nach kurzzeitiger Tätigkeit als Journalist in der Türkei promovierte er an der Universität Paris II Panthéon-Assas im Fachbereich Kommunikationswissenschaften. 1977 kehrte Ertuğrul Özkök aus Frankreich zurück und arbeitete bis 1986 als Dozent an der Hacettepe-Universität in Ankara. Er ist seit 21 Jahren für Hürriyet tätig, unter anderem als Moskau-Korrespondent und zudem ist er Autor zahlreicher Sachbücher. 1991 wurde er zum Chefredakteur der Hürriyet berufen, 1997 zum Vizepräsidenten der Doğan Media Group.

Osman Okkan

1947 in Ankara geboren, stu-dierte nach Abschluss seiner Schule in Istanbul Wirtschaft und Soziologie in Münster. Der Journalist und Filmemacher war von 1986–2006 Redakteur beim WDR. In den vergangenen Jahren produzierte er zahlreiche Dokumentarfilme. Er ist Initiator und Mitarbeiter zahlreicher interkultureller Medien- und Kulturprojekte, außerdem Gründer und Vorstandssprecher des KulturForum TürkeiDeutschland. Zu seinen Filmen gehören Dichter & Rebell: Nazim Hikmet (ARTE/WDR, 1993), Gedanken wie Zündstoff – Intellektuelle in der Türkei (ARTE/WDR, 1996), Zwischen Poesie & Politik: Yaşar Kemal (ARTE/WDR, 1997), Vertrieben für Frieden – Als Griechen und Türken getrennt wurden (ARTE/WDR, 2003, mit Simone Sitte). Zuletzt erschien von ihm 2009 der Dokumentarfilm Mordakte Hrant Dink – Armenier in der Türkei (WDR/ARTE, 2009, mit Simone Sitte). Mehr unter: www.das-kulturforum.de

Betül Sayın

Betül Sayın wurde 1958 in Istanbul geboren. 1982 hat sie ihr Studium an der Akademie der Schönen Künste an der Fakultät Architektur abgeschlossen. Doch seit 1989 arbeitet sie hauptberuflich als Illustratorin, vor allem für Kinderbücher und Kinderzeitschriften. Betül Sayın lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Istanbul. 2006 erhielt sie für das Buch Mert und der wundersame Fes den Preis der IBBY Ehrenliste für ihre Illustrationen.

Tobias Schächter

Tobias Schächter, geboren 1970, schaffte es bis in die Amateurmannschaft des 1.FC Kaiserslautern, aber nicht ganz in die Bundesliga. Von 2004 bis 2005 berichtete er für deutsche und schweizerische Zeitungen aus Istanbul über den türkischen Fußball, der ihn heute noch in den Bann schlägt. Inzwischen lebt er als freier Sportjournalist in Karlsruhe.

Kai Strittmatter

Geboren 1965,  hat in München, Xi‘an und Taipeh Sinologie studiert. Chinesisch hält er für eine der einfachsten Sprachen der Welt. Nach dem Besuch der Münchner Journalistenschule begann er, bei der Süddeutschen Zeitung zu arbeiten.  Acht Jahre lebte Kai Strittmatter als SZ-Korrespondent in Peking. Seine Reportagen sind u.a. in den Büchern Atmen einstellen, bitte! und Vorwärts, Genossen! versammelt. Seit 2005 lebt er mit seiner Familie als Türkeikorrespondent der SZ in Istanbul. Zuletzt erschienene Werke: Gebrauchsanweisung für China und der Fotoband Istanbul – Metropole zwischen den Welten.

Rukİye Tunc Tuygar

Rukiye Tunc Tuygar wurde in Hanau geboren und schreibt seit 2009 Kinderbücher. Ihre Geschichte als Kinderbuchautorin erzählt Rukiye Tunc wie folgt: „Als ich damals für meine Tochter Jade Seda über Lernförderung ein Kinderbuch kaufen wollte, fand ich nicht das, was ich eigentlich gesucht hatte.
Ich versuchte ihr das mündlich zu erklären, dass man nicht immer im Leben alles auf einmal haben kann und wenn, dass sie mir erst eine Gegenleistung dafür erbringen sollte. Dies funktionierte natürlich einmal, zweimal, beim dritten Mal hörte sie mir schon nicht mehr zu. Immerhin war sie erst 3 Jahre alt. Also entschloss ich mich selbst was zu erstellen. Es musste etwas spielerisches sein, aber sie sollte auch Spaß am Lernen haben …“

Murat Uyurkulak

Murat Uyurkulak wurde 1972 in Aydın geboren, studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Izmir, brach jedoch beides ab und zog schließlich nach Istanbul. Dort arbeitete er u. a. als Kellner, Übersetzer, Journalist und Verleger. Heute ist er Auslandskorrespondent der Tageszeitung Birgün. Zudem hat er Bücher u. a. von Edward Said und Mikhail Bakunin ins Türkische übersetzt. Sein erster Roman wurde 2002 veröffentlicht und erregte sofort größtes Aufsehen, seither gilt Murat Uyurkulak als eine wichtige literarische Stimme in der zeitgenössischen türkischen Literatur. Theaterfassungen liegen von Zorn bereits auf Deutsch und Polnisch vor. Sein zweiter Roman Har wurde von der Literaturkritik ebenfalls enthusiastisch rezipiert.

Buket Uzuner

Buket Uzuner, geboren 1955, ist eine der bekanntesten und meistgelesenen Schriftstellerinnen der Türkei. Die Bücher der studierten Biologin und Umweltforscherin stehen seit mehr als zehn Jahren auf allen Bestsellerlisten im Land und wurden bereits in acht Sprachen übersetzt. Buket Uzuner arbeitete als Lektorin für ausländische Literatur des türkischen Verlages Remzi-Publishers in Istanbul. Sie ist Mitglied des türkischen Pen und der türkischen Schriftstellervereinigung. 1993 gewann Buket Uzuner für ihren Roman The Sound of Fishsteps den Yunus-Nadi-Preis. Im Freitag veröffentlichte Uzuner verschiedene Reden und Kurzgeschichten.

Achim Wagner

Achim Wagner, 1967 in Coburg geboren, lebt als freier Autor in Köln und Istanbul. Lyrik, Dramatik und Prosa, so die jeweils von Helga Pogatschar vertonten Libretti für Manöverkritik (uraufgeführt in der Reaktorhalle, München, 2005), Peep! (uraufgeführt in der Muffathalle, München, 2007) und stainless safari (uraufgeführt in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München, 2008). Zahlreiche weitere Veröffentlichungen, u.v.a. in der Berliner Morgenpost, Augsburger Allgemeinen, Stuttgarter Zeitung, im BR, WDR, im S. Fischer Verlag, bei Rowohlt und Wunderlich, im Reclam Verlag Leipzig, Berlin Verlag, bei Rotbuch, dtv. Etliche literarische Auszeichnungen, so ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW und das sechsmonatige Istanbul-Stipendium der Kunststiftung NRW im Bereich Literatur, jeweils 2009. Ein Stipendium für das Stuttgarter Schriftstellerhaus, 2010.

Kemal YalÇin

Kemal Yalçın ist Schriftsteller und Türkischlehrer in Bochum. Nach einer Lehrerausbildung in der Türkei studierte er Philosophie. Seit 1982 lebt er in Deutschland. Er war Lehrbeauftragter ım Studiengang Turkistik an der Universität Duisburg-Essen. Für seine Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet: Lyrikwettbewerb der Pertol-İş (1991), Lyrikwettbewerb der Multikulturellen Gesellschaft in Köln (1996), Preis des türkischen Ministeriums für Kultur (1998), Abdi Ipekci Sonderpreis für Freundschaft und Frieden (1998), Preis für Türkisch-Griechische Freundschaft und Frieden (1999).