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Autorinnen und Autoren

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Autoren

© Selim Bozkurt 2014

Sunay Akin

Sunay Akin 1962 in Trabzon geboren, arbeitet Akin als Dichter, Schriftsteller und Journalist. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er ab 1984 in Zeitschriften. Charakteristisch für seine Gedichte sind sein kurzer und prägnanter, vom Augenblick inspirierter Stil, der aber auch weich und lyrisch sein kann. 2005 eröffnete er in Istanbul ein Spielzeug-Museum mit Spielzeugen aus aller Welt, die er selbst gesammelt hat.

© Dörthe Boxberg

Ramy Al-Asheq

Ramy Al-Asheq, 1989 in Syrien geboren, ist syrisch-palästinensischer Dichter, Journalist und Chefredakteur der Zeitung Abwab. 2011 wurde er bei friedlichen Protesten gegen das syrische Regime mit dem Leben bedroht, floh nach Jordanien und kam in ein Gefängnis für Palästinenser. Aus der Haft entkommen schrieb er im jordanischen Amman seinen ersten Gedichtband, "Gehen auf Träumen", den er 2014 veröffentlichte.

Im gleich Jahr kam Al-Asheq über ein Autorenstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland und wohnt seither in Köln. Aus dem Wunsch heraus die bestehende Informationslücke für arabische Neuankömmlinge in Deutschland zu schließen und die Orientierung in dem neuen Land zu erleichtern, gründete er zusammen mit weiteren syrischen Journalisten und Autoren die erste bundesweite arabischsprachige Zeitung in Deutschland: Abwab „Türen“.

Sura Alloush

Sura Alloush, geboren 1980 in Syrien, ist Dichterin, Autorin und Übersetzerin. Nach erfolgreichem Abschluss des Englisch- und Literaturstudiums absolvierte sie ihr Diplomstudium als Übersetzerin für Arabisch/ Englisch. Zusätzlich lernt sie derzeit Türkisch.

Bisher veröffentlichte sie zwei Bücher: 2004 Windows and the Sand of Hearts in Syrien und 2007 Gardens Talks in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im März 2016 ist sie mit einem Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland gekommen. Derzeit lebt sie in Düren und arbeitet als freischaffende Übersetzerin und Redakteurin. Aloush schreibt u.a. für Abwab, die erste bundesweite arabischsprachige Zeitung und für ihren persönlichen Blog.

Oğuz Atay

Der 1934 in Inebolu geborene Oğuz Atay studierte Bauingenieurwesen und war ab 1960 als Dozent für Bauwesen an der Technischen Universität in Istanbul tätig. Mit seinem Debütroman »Die Haltlosen« gewann Atay 1970 den renommierten Literaturpreis des türkischen Rundfunks TRT. Neben weiteren Romanen und Erzählungen, die für das Theater und Kino adaptiert wurden, veröffentlichte Atay in den folgenden Jahren auch Dramen. Vor der Vollendung seines Lebenswerks »Türkiye’nin Ruhu« (»Die Seele der Türkei«) verstarb Oğuz Atay 1977. Trotz einer nur siebenjährigen Schaffensphase beeinflusst Atay mit seinen Werken bis heute die Literaturwelt und ist Gegenstand zahlreicher literarischer Diskussionen.

Hüseyin Aygün

Hüseyin Aygün, 1970 in Tunceli, Türkei geboren, wo er noch heute als Anwalt arbeitet. Er ist Politiker der CHP und ehemaliger Abgeordneter des türkischen Parlaments. Bei den Parlamentswahlen in der Türkei 2011 wurde Aygün zum Abgeordneten des Wahlkreises Tunceli gewählt. Zur nächsten Parlamentswahl 2015 trat er nicht an.

Hüseyin Aygün veröffentlichte Bücher auf Türkisch zur Tragödie von Dersim 1937/1938 und eines auf Zazaki. Zu seinen Werken gehören u.a. Eve Tarixê Ho Têri Amaene (2007, Kennenlernen und Bewusstwerdung der eigenen Geschichte) Dersim 1938 ve Zorunlu İskan - Dersim 1938 und die Zwangsumsiedlung (2009), - und Dersim 1938 Resmiyet ve Hakikat - Dersim 1938 Offizieller Standpunkt und Realität (2010).

Hayko Bağdat

Hayko Bağdat, mit armenisch-griechischen Wurzeln ist 1976 in Istanbul geboren. Er studierte Geschichte an der Universität Istanbul. Der Publizist, Autor und TV- und Radiomoderator Hayko Bağdat übernahm 2002 die Sendung „Sözde Kalanlar“ bei Yaşam Radyo. In dieser Sendung thematisiert er hauptsächlich die Probleme der Minderheiten in der Türkei. Seit 2003 schreibt er für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Er ist Mitbegründer der Initiative „Freunde Hrants“, die sich die Aufklärung des Mordes an Hrant Dink zum Ziel gesetzt hat. Seit 2012 Moderiert er zusammen mit Ron Margulies die TV-Sendung „Azı Karar Çoğu Zarar“.

Hayko Bağdat schreibt nicht nur Kolumnen, sondern auch Romane. Sein erstes Buch „Salyangoz“ erschien 2014. Dem folgte 2015 „Gollik“.


Orhan Bahtiyar

Orhan Bahtiyar, geboren 1973 in Istanbul, hat Arbeitswirtschaft und Industrielle Beziehungen studiert und war in seiner Jugend Leistungsschwimmer. Bis 2010 war er in internationalen Firmen in Leitungspositionen tätig. Dann widmete er sich dem Schreiben. Seit 2011 hat er vier Romane veröffentlicht, von denen bisher keiner in deutscher Übersetzung vorliegt. Orhan Bahtiyar leitet heute das Spielzeugmuseum in Ataşehir-Istanbul.


© Neda Navaee

Çiçek Bacik

Çiçek Bacik ist in Almus/Tokat geboren und wanderte als Kind eines Gastarbeiters 1980 nach Berlin ein. Sie studierte an der Freien Universität und an der Sorbonne Neuere Deutsche Literatur und Französische Philologie.  Sie ist Co-Herausgeberin und Autorin von „Intercity Istanbul Berlin“ (2010). Ihre Promotionsarbeit „Türkisches Fernsehen in Deutschland –Narrenfreiheit und mangelnde Medienaufsicht“ erschien 2014.  Sie ist Mitgründerin und Koordinatorin der Literaturplattform „Daughters  and Sons of Gastarbeiters.“


Can Dündar

Der Journalist, Autor, Filmemacher Can Dündar ist 1961 in Ankara geboren. Er studierte Politik und Journalistik an der Universität Ankara. Seinen Mastergrad erhielt er in der „London School of Journalism“.

Can Dündar schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, arbeitete als Fernsehjournalist für verschieden Fernsehanstalten. Neben seiner journalistischen Tätigkeit dreht er Dokumentarfilme und schreibt Bücher. Heute ist Can Dündar einer der bekanntesten Journalisten in der Türkei. Er ist Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet. Gemeinsam mit seinem Kollegen Erdem Gül steht er zur zeit vor Gericht. Ihnen wird Spionage gegen die türkische Regierung vorgeworfen.


Necati Dutar, Herausgeber

Necati H. Dutar ist Gründer der Firma nhd consulting in Offenbach, die führender Spezialist im Ethnomarketing ist. Dutar, der seine Karriere 1992 als Trainee in Frankfurt am Main begann, blickt nunmehr auf 15 Jahre Berufserfahrung in ethnischen Märkten sowie internationaler Expertise im Marketing zurück. Seit 2015 arbeitet Dutar mit Ramy Al-Asheq an der Realisierung der ersten arabischen Zeitung aus Deutschland „Abwab“ und kümmert sich hier maßgeblich um die Herausgabe, Vermarktung und Distribution der Zeitung.


Fikret Doğan

Fikret Doğan (geb. 1968 in Elbistan, Türkei) ist Journalist, Übersetzer und Autor und lebt in Berlin. Er studierte in Istanbul und Mannheim Internationale Beziehungen und Germanistik. Ende der 90er Jahre schrieb er als freier Journalist für die türkische Redaktion von Deutsche Welle über deutsche Kulturthemen. Von 1999 bis 2006 berichtete er für die Sportredaktion und das Feuilleton der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet. 2008-2011 fungierte er als Sportkolumnist für die Tageszeitung Taraf.

Für den Istanbuler Verlag İletişim übersetzte Fikret Dogan die Novelle „Wenn ein Mittelstürmer träumt“ von Laszlo Darvasi, die Albert-Einstein-Biographie des Wissenschaftsjournalisten Jürgen Neffe, „Väter“ von Dieter Thomä sowie „Seltsame Sternen starren zur Erde“ und „Mutterzunge“ von Emine Sevgi Özdamar vom Deutschen ins Türkische. Für den Istanbuler Verlag Metis übersetzte er den Roman „Die Leinwand“ von Benjamin Stein. Zurzeit arbeitet Fikret Dogan an der Übersetzung des Romans Pazifik Exil von Michael Lentz.

Sükrü Erbaş

Der Dichter und Schriftsteller Şükrü Erbaş ist 1953 in Yozgat geboren und hat in Ankara Sozialwissenschaften studiert. Sein erstes Gedicht erschien 1978 in der Zeitschrift „Varlık“. Er hat für die Zeitschrift „Yarin“ geschrieben. Zwischen 1993-1999 war er Leiter des Literaturvereins. Şükrü Erbaş schreibt nicht nur Gedichte. Er hat über Gedichte, Literatur und das Leben zahlreiche Essays geschrieben. Für seine Gedichte wurde Şükrü Erbaş mit den wichtigsten Preisen für Literatur ausgezeichnet.

Hakan Günday

Geboren 1976 in Rhodos, besuchte er in Brüssel die Grundschule. In Ankara ging er auf das Gymnasium „Tevfik Fikret“, anschließend begann er an der Hacettepe Universität ein Dolmetscherstudium. Ein Jahr später wechselte er das Studium und entschied sich für ein Politikstudium an der Universität Libre de Bruxelles.

Er ist Bestsellerautor, Drehbuchautor, Provokateur, Enfant terrible der jungen türkischen Literatur. Seine Romane sind gleichermaßen Bestseller wie Kultbücher. Seine vielen Fans feiern ihn für seine politischen Kolumnen, seine öffentlichen Debatten und dafür, dass alles, was er tut, aus dem Rahmen fällt.

Haydar Karataş

Geboren 1973 saß Haydar Karataş als politischer Aktivist lange im Gefängnis, bevor er in die Schweiz emigrierte, wo er seither als Schriftsteller lebt. Die türkische Kritik lobt seinen 2010 erschienenen Roman »Nachtfalter« wegen seiner erzählerischen Wucht und stellt ihn in eine Reihe mit Yaşar Kemal, Tschingis Aitmatow, John Steinbeck und Doris Lessing.

Yaşar Kemal

Geboren 1923 in einem Dorf Südanatoliens. Als einziges Kind in seinem Dorf lernte er Lesen und Schreiben, arbeitete als Tagelöhner auf Baumwollfeldern und Reisplantagen, war Hirte, Wasserträger, Schuhmacher, Traktorfahrer, Fabrikarbeiter. Schließlich konnte er genug Geld sparen, um sich eine alte Schreibmaschine zu kaufen. Als Straßenschreiber ließ er sich in einer kleinen Stadt nieder. Für Bauern, die nicht Lesen und Schreiben gelernt hatten, verfasste er Briefe, Bittschriften, Dokumente.

1951 wurden seine ersten Erzählungen in der Istanbuler Zeitung »Cumhuriyet« abgedruckt. Als Journalist durchstreifte er zwölf Jahre lang die türkischen Landgebiete. Er schrieb über die Armut, den Hunger, die Dürre, die Ausbeutung durch feudale Großgrundbesitzer. Noch nie waren solche Berichte in der türkischen Presse erschienen. Einige führten sogar zu Debatten in der Nationalversammlung. Mit dem Roman »Memed mein Falke« wurde er 1955 auf einen Schlag zum meistgelesenen Schriftsteller der Türkei. Mit fast einer halben Million verkauften Exemplaren hat er in diesem Land mit seiner hohen Zahl von Analphabeten eine einzigartige Verbreitung gefunden. »Memed« brachte Kemal auch den Durchbruch in die internationale Literatur. Seine Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet. 1997 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2008 wurde er mit dem Türkischen Staatspreis geehrt.

Zülfü Livaneli

Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgın (Türkei) geboren. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Zülfü Livaneli ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern, und Kinofilmen international große Erfolge feierte. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein.

Für sein breites Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »Orhan-Kemal-Literaturpreis«.


Lale Müldür

Die türkische Dichterin und Autorin Lale Müldür ist 1956 in Aydın geboren, lebt heute in Istanbul und ist wohl eine der einflussreichsten türkischen Dichterinnen der letzten Jahrzehnte. Nach Abschluss eines privaten Colleges studierte sie in Florenz, kehrte in die Türkei zurück um in Ankara je ein Jahr Elektronik und Wirtschaft zu studieren. Sie arbeitete als Kolumnisten für die Zeitung Radikal.


Johannes Neuner

Johannes Neuner, geboren 1975, ist Diplomübersetzer für Türkisch und Französisch, und studierte Volkswirtschaftslehre. Er übersetzt aus dem Türkischen, u.a. Perihan Magden, für die im Unionsverlag erschienene Reihe „Türkische Bibliothek“ und Oğuz Atay, und unterrichtet am Sprachlehrinstitut der Universität Freiburg Türkisch.

2012 erhielt er im Rahmen der Vergabe des Übersetzerpreises Tarabya den Förderpreis.

Pınar Öğünç

Pınar Öğünç, geboren 1975 in Istanbul, studierte Internationale Beziehungen an der Istanbul Universität. 1997 begann sie für verschiedene Zeitungen zu arbeiten. Heute schreibt sie für die Zeitung Cumhuriyet. Neben ihrer Tätigkeit als Journalistin schreibt Pınar Öğünç Romane. Sie hat bisher fünf Romane veröffentlicht.


Nebil Özgentürk

Der Dokumentarfilmer, Schriftsteller und Journalist Nebil Özgentürk, geboren 1959 in Adana, studierte an der Ege Universität Izmir, Betriebswirtschaften. Seine Karriere als Journalist fing in seiner Studienzeit an. Während und nach seinem Studium schrieb und fotografierte er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Mit der Fernsehproduktion „Bir Yudum Insan“ begann auch seine Karriere im Fernsehen.

Nebil Özegentürk ist Autor und Produzent über 10 Dokumentarfilmen und zahlreichen Büchern und Biografien. Für seine Arbeiten erhielt Nebil Özgentürk zahlreiche Preise.

Murat Özyaşar

Murat Özyaşar wurde 1979 im kurdischen Diyarbakır geboren und studierte dort türkische Literatur. Er arbeitet als Literaturlehrer in Diyarbakır und hat dort mit Schüler*innen und Student*innen die Literaturzeitschrift Hışt Hışt herausgegeben. Seine Kurzgeschichten wurden in den wichtigsten Literaturzeitschriften der Türkei abgedruckt. Bereits 2003 erhielt er für eine Geschichte den Literaturpreis des Menschenrechtsvereins IHD, dann folgten der Haldun Taner Preis und der Yunus Nabi Preis für seine erste Sammlung von Erzählungen in Buchform 2008. Das Buch wurde in kurdischer Übersetzung publiziert.


Tarık Tufan

Tarık Tufan kam 1973 in Istanbul zur Welt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Anschließend arbeitete er als Programmacher für verschiedene Radio- und Fernsehsender. Neben Essays und Kurzgeschichten hat er vor allem sechs Buchveröffentlichungen aufzuweisen und für verschiedene Fernsehserien und Kinofilme Drehbücher geschrieben, für die er bereits zwei Preise gewonnen hat – zuletzt für Yozgat Blues.

Zoran Terzić

Zoran Terzić studierte Bildende Kunst in New York, bevor er am Lehrstuhl für nicht-normative Ästhetik in Wuppertal promoviert wurde. Seine Monographie “Kunst des Nationalismus” (Berlin 2007) beschäftigt sich mit der Kultursemiotik des Krieges. Neben seiner Schreibtätigkeit tourt er auch als Jazzpianist. Zoran Terzić lebt in Berlin.

Shlomit Tulgan

Shlomit Tulgan wurde 1970 als Tochter einer türkischen Gastarbeiterin und eines türkischen Gast-Studenten in West-Berlin geboren. Von 1977 bis 1988 lebte sie aufgrund der journalistischen Tätigkeit ihrer Eltern in verschiedenen osteuropäischen Städten wie Prag und Moskau.

Nach ihrem Kunstpädagogik-Studium an der Universität der Künste Berlin, lebte sie für kurze Zeitspannen in Jerusalem und den USA. Mittlerweile arbeitet sie als Mitarbeiterin der Bildungsabteilung im Jüdischen Museum Berlin und leitet das Jüdische Puppentheater bubales.

 

Nilüfer Şahin

Nilüfer Şahin ist Journalistin und Autorin. Sie studierte Kommunikationswissenschaft (M.A.), Psychologie und Germanistik. Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der Neuen deutschen Medienmacher und arbeitet für das Bundespräsident Johannes Rau - Journalistenprogramm. Sie ist ein Kind des Ruhrgebiets; sie bloggt, kocht und entwickelt Rezepte auf KochDichTürkisch.de. 

Sevengül Sönmez

wurde 1973 in Deutschland geboren, besuchte aber die Schule in Istanbul. Dort studierte sie auch Literatur. Seit 1998 schreibt sie für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften über Literatur. Bekannt ist sie jedoch vor allem als Herausgeberin von Klassikern der Moderne wie u.a. Sait Faik und Sabahattin Ali sowie als Lektorin und Übersetzerin für fast alle großen Literaturverlage der Türkei. Seit einigen Jahren ist sie auch in Diyarbakır und auf den Prinzeninseln als Museumskuratorin tätig. Im Sommersemester 2016 hat sie eine Gastprofessur für Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen inne.

Günter Wallraff

Der Enthüllungsjournalist und Schriftsteller Hans-Günter Wallraff wurde 1942 in Burscheid geboren und durch seine Reportagen über diverse Großunternehmen, die Bild-Zeitung und verschiedene Institutionen international bekannt geworden.

Die Liste seiner Arbeiten, die 1966 mit dem Reportageband "Wir brauchen dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben" beginnt, ist lang. Besonderes Aufsehen erregte Wallraff mit seinen verdeckten Recherchen innerhalb der Redaktion der "Bild-Zeitung" und ihrer Dokumentation in diversen Veröffentlichungen von 1977-1985. Als politisch wirksam erwies sich Wallraffs Reportage (in der Rolle "Alis", eines türkischen Arbeiters) über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern ("Ganz unten", 1985).

Wallfraff wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Unter vielen anderen Ehrungen und Preisen erhielt er z.B. 1985 zusammen mit James Baldwin den Literaturpreis der Menschenrechte (Frankreich), 1987 British Academy Award / of Film and Television Art und im gleichen Jahr den Französichen Medienpreis Prix Jean d'Arcy für den Film "Ganz unten", 2011 die Gold World Medal beim New York Festival in der Kategorie Investigativer Report für den Film »Schwarz auf Weiss«, 2013 den August-Bebel-Preis der (von Günter Grass gegründeten) August-Bebel-Stiftung, für sein Lebenswerk, 2014 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Reportage »Team Wallraff - Reporter undercover« und in diesem Jahr wurde ihm am 13. Januar der Ehrenpreis des Deutscher Fernsehpreises für sein Lebenswerk verliehen.

Kemal Yalçin

Kemal Yalçın kam 1982 als politischer Flüchtling nach Deutschland, wo er seither 25 Bücher geschrieben und veröffentlicht hat. Er widmet sich insbesondere den Tabuthemen der türkischen Gesellschaft: Die großen Katastrophen, die zur Auslöschung der armenischen, griechischen und assyro-aramäischen Bevölkerung Anatoliens und Mesopotamiens geführt haben. Seine fiktionalen und nicht-fiktionalen Werke wollen die überfällige Debatte zu diesen Themen ermutigen und dem Ziel dienen, die Welt zu einer gemeinsamen Heimat für alle Menschen zu gestalten.

Yalçın gewann Lyrikwettbewerbe und wurde im Jahr 1998 ausgezeichnet mit dem griechisch-türkischen Friedenspreis, mit dem Preis des türkischen Ministeriums für Kultur und dem Abdi Ipekci Sonderpreis für Freundschaft und Frieden. 1999 bekam er den Preis für die türkisch-griechische Freundschaft und Frieden und im gleichen Jahr den Ehrenpreis des Vereins der Kunstfreunde von Denizli/Türkei.

Meltem Yilmaz

Meltem Yılmaz studierte Anglistik und begann 2008 als Publizistin für die Cumhuriyet zu schreiben. Ihr Interesse konzentrierte sich auf marginale und verwundbare Gruppen wie Obdachlose und Junkies, straffällige Kinder, Geflüchtete oder Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Für ihre Reportagen wurde sie sowohl von der türkischen Ärztekammer als auch vom Journalist*innenverband mit Preisen bedacht. Ihr erstes Buch war ein Portait der Szene um die synthetische Droge Bonzai. Mit Soraya hat sie zum ersten Mal für die Ergebnisse ihrer Recherchen eine Romanform gewählt. Das Buch wurde 2016 bei Books at Berlinale als besonders verfilmungswürdiger Stoff ausgezeichnet.

Nermin Yıldırım

Nermin Yıldırım geboren 1980 in Bursa. Mit gerade mal 7 Jahren beschließt Nermin Yildirim Schriftstellerin zu werden. Zwei Jahre später lässt ihr Onkel ihre bis dahin geschriebenen Geschichten und Gedichte mit dem Titel ‘Yarını Bekliyorum’ (Ich warte auf den Morgen) vervielfältigen und zu einem Buch binden. Das Buch gewann schnell an Beliebtheit innerhalb der Familie, doch der Erfolg in der Literaturwelt blieb vorerst aus. 1997 beschließt sie Journalistin zu werden und absolviert das Studium der ‚Publizistik und Journalismus‘ an der Anadolu Universität, dann ließ sie sich in Istanbul nieder und schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, arbeitete als Texterin in Werbeagenturen. 2010 erfolgte der Umzug nach Barcelona. Nermin Yıldırım stellt ihren dritten und erst kürzlich in der Türkei erschienenen Roman ‘Saklı Bahçeler Haritası’ (Die Karte der geheimen Gärten) zum ersten Mal auf der Buchmesse Ruhr vor.

© Esra Gueltekin

Deniz Yücel

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ist 1973 geboren, seit 1999 freier Autor u.a. für Jungle World (2002-2007), war von 2007 bis 2015 bei der taz Redakteur für Sonderprojekte und die Seite Eins und ist seit 2015 Türkei-Korrespondent der Welt N24-Gruppe.

Yücel ist Gewinner des Kurt-Tucholsky-Preises für literarische Publizistik 2011 und Mitbegründer von Hate Poetry für das er zusammen mit den anderen Gründungsmitgliedern in der Kategorie „Sonderpreis“ als Journalisten des Jahres 2014 ausgezeichnet wurde.

Im gleichen Jahr veröffentlichte er sein Buch „Taksim ist überall - Die Gezi-Bewegung und die Zukunft der Türkei“.

© Melanie Grande

Feridun Zaimoğlu

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit 35 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Er war Kolumnist für das ZEIT-Magazin und schreibt für die Welt, die Frankfurter Rundschau, DIE ZEIT und die FAZ.
2002 erhielt er den Hebbel-Preis, 2003 den Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und 2004 den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Im Jahr 2005 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Im selben Jahr erhielt er den Hugo-Ball-Preis und 2007 den Grimmelshausen-Preis, 2008 den Corine-Preis für seinen letzten Roman Liebesbrand, 2010 den Jakob-Wassermann-Literaturpreis und 2016 den Berliner Literaturpreis.

© Esra Gueltekin

Miguel Zamorano

Miguel Zamorano, 33, in Dortmund geboren, studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Philosophie. Er besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitet als Texter bei einem Berliner Startup.