Programm
| Freitag, 23.10. | Samstag, 24.10. | Sonntag, 25.10. | Sonntag, 25.10. | Sonntag, 25.10. |
|---|---|---|---|---|
| 19.00 Uhr / Glaspavillon Eröffnung mit: Fikret Güneş (Buchmesse Ruhr) Armin Laschet Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen Aslı Sevindim Ruhr 2010 GmbH (Programmdirektorin „Stadt der Kulturen“) Stella Voutta (Robert Bosch Stiftung) Moderation: Çiğdem Dolap |
17:00 Uhr / Glaspavillon Emel Huber Kanakisch-Deutsch und Chicano- English |
17:00 Uhr / Glaspavillon Armin Laschet & Hatice Akyün im Gespräch Die Aufsteigerrepublik Zuwanderung als Chance Eintritt: AK 5,- / 4,- (erm.) |
10:00 Uhr / Gelsenkirchen Gesamtschule Horst Osman Engin Lieber Onkel Ömer |
12:50 Uhr / Dortmund Grundschule Oesterholz Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/Kızamık Olan Fil |
| 20:00 Uhr / Glaspavillon Yüksel Pazarkaya Ehrengast der Buchmesse Ruhr.09 Moderation: Karin Yeşilada |
20:00 Uhr / Glaspavillon Yılmaz Odabaşı Ein türkischer Lyrikabend |
20:00 Uhr / Glaspavillon Fatih Çevikkollu Der Moslem-TÜV Eintritt: AK 5,- / 4,- (erm.) |
14:00 Uhr / Gelsenkirchen Gesamtschule Berger Feld Osman Engin Lieber Onkel Ömer |
14:00 Uhr / Dortmund Roto-Theater/Lessing- Grundschule Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/Kızamık Olan Fil |
| 17:00 Uhr / Glaspavillon Latife Tekin Der Honigberg Moderation & Übersetzung: Recai Hallaç |
20:00 Uhr / Glaspavillon Aslı Tohumcu Kein Leben ohne Dich Moderation & Übersetzung: Recai Hallaç |
| Dienstag, 27.10. | Dienstag, 27.10. | Mittwoch, 28.10 | Mittwoch, 28.10 | Donnerstag, 29.10 |
|---|---|---|---|---|
| 10:00 Uhr / Essen Herbartschule Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/ Kızamık Olan Fil |
11:00 Uhr / Essen Gemeinschafts-Viktoria Schule Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/Kızamık Olan Fil |
10:00 Uhr / Gladbeck Heisenberg Gymnasium Osman Engin Lieber Onkel Ömer |
11:00 Uhr / Essen Joachim-Schule Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/ Kızamık Olan Fil |
17:00 Uhr / Glaspavillon Mehmet Altan / Fuat Keyman / Heinz-Jürgen Axt: Türkei, EU & Obama Moderation: Burak Çopur (Eintritt: AK 5,- / 3,- erm.) |
| 14:00 Uhr / Duisburg Erich Kästner Gesamtschule Osman Engin Lieber Onkel Ömer |
17:00 Uhr / Glaspavillon Dehen Altıner Geliebte Universität Übersetzung: Recai Hallaç |
12:00 Uhr / Essen Schiller-Schule Aytül Akal Der Elefant, der Masern hatte/ Kızamık Olan Fil |
14:00 Uhr / Duisburg Gesamtschule Globus am Dellplatz Osman Engin Lieber Onkel Ömer |
20:00 Uhr / Glaspavillon Sibel K. Türker Jungfernhaut Moderation & Übersetzung: Recai Hallaç Die Premiere zur deutschen Ausgabe |
| 20:00 Uhr / Glaspavillon Entfällt wegen Krankheit Mario Levi Istanbul war ein Märchen Moderation & Übersetzung: Recai Hallaç |
17:00 Uhr / Glaspavillon Doğan Hızlan Die moderne türkische Literatur und ihre Entwicklungslinien Übersetzung: Recai Hallaç |
20:00 Uhr / Glaspavillon Yaşar Nuri Öztürk Der verfälschte Islam Moderation & Übersetzung: Nevfel Cumart (Eintritt: AK 5,- / 4,- erm.) |
| Freitag, 30.10. | Samstag, 31.10. | Sonntag, 01.11. | Präsentation der Ausstellungen |
|---|---|---|---|
| 17:00 Uhr / Glaspavillion Murat Uyurkulak Zorn Moderation & Übersetzung: Recai Hallaç |
17:00 Uhr / Glaspavillion Murat Belge Die „demokratische Öffnung“ in der Türkei Begrüssung & Moderation: Burak Çopur |
17:00 Uhr / Glaspavillion Sunay Akın Istanbul - Nazim Hikmet auf der Spur |
„Chronik literatischer Wanderungen“ von Tayfun Demir |
| 20:00 Uhr / Glaspavillion Murat Belge Eine alternative Reise durch Istanbul Begrüssung & Moderation: Aslı Sevindim Übersetzung: Recai Hallaç |
20:00 Uhr / Glaspavillion Joachim Sartorius Die Prinzeninseln Moderation: Hannes Krauss |
20:00 Uhr / Glaspavillion Sabahattin Ali Der Dämon in uns Sabahattin Ali-Special-Project Abschlussveranstaltung Die Kulturtechniker Rezitation & Voice Transformer Martin M. Hahnemann Saz Ibu Torhan Tabla & Percussion Yama Karim Cello & Sampler & Live Elektronik Ralf Werner |
„Die Türkische Bibliothek“ von Robert Bosch Stiftung und Stiftung Lesen |
Freitag, 23.10.2009 / 19:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Redner der Eröffnung
Fİkret Günes
Buchmesse Ruhr
armin laschet
Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
asli sevİndİm
Ruhr 2010 GmbH (Programmdirektorin „Stadt der Kulturen“)
Stella Voutta
(Robert Bosch Stiftung)
Moderation: Çigdem Dolap
YÜKSEL PAZARKAYA
ehrengast der buchmesse ruhr.09
Yüksel Pazarkaya wurde 1940 in İzmir geboren, wo er der das Abitur machte und ab 1958 mit einem türkischen Staatsstipendium in Deutschland erst Chemie, dann Philosophie und Germanistik studierte und 1973 promovierte. Er gilt als bedeutender Vertreter der modernen türkischen Literatur und hat sich als einer der ersten Autoren der Türkei mit dem Phänomen der Arbeitsmigration und der Türken in Deutschland auseinandergesetzt. Von 1980 bis 1982 gab er die erste Zeitschrift für kulturellen Dialog, „anadil“, heraus. Zuvor hatte er bereits ab 1961 in der von ihm mitbegründeten Stuttgarter Studiobühne als Erster überhaupt deutsch-türkische Theaterarbeit initiiert. Später gründete er zudem die erste türkische Amateurtheatergruppe in Deutschland. Ab 1986 war er als Rundfunkredakteur beim WDR in Köln beschäftigt. Der deutsche Staatsbürger und Träger des Bundesverdienstkreuzes ist Mitglied sowohl des türkischen als auch des deutschen PEN-Clubs. Pazarkaya veröffentlichte seit den achtziger Jahren Essays, Lyrik und Prosa. Er übersetzte unter anderem Werke bedeutender Autoren wie Orhan Veli, Nâzim Hikmet und Aziz Nesin ins Deutsche. Er lebt und arbeitet in Bergisch-Gladbach und Köln.
Publikationen Die Liebe von der Liebe, Gedichte 1968; Die Dramaturgie des Einakters. Lit.wiss. 1973; Heimat in der Fremde? Kurzgeschichten, deutsch-türkisch, 1979, 3. Aufl. 1982; Rosen im Frost – Einblicke in die türkische Kultur, Essays 1982, erweitert 1989; Ich möchte Freuden schreiben, Gedichte 1983; Spuren des Brots – Zur Lage ausländischer Arbeitnehmer und ihrer Familien, Essays 1983; Irrwege, Gedichte 1985; Der Babylonbus, Gedichte 1989; Kemal und sein Widder, Kinderroman 1993; Weidengasse – Eine deutsch-türkische Straße in Köln (mit H. Biskup u.a.), 2001; Ich und die Rose, Roman 2002; Du Gegenden, Gedichte deutsch-türkisch, 2005; Nur um der Liebenden willen dreht sich der Himmel, Essays 2006; 40 Jahre, leicht gesagt, Schauspiel 2007; Ben Aranıyor, Roman, 1989, 2. basım 1994; Almanya Üzerine, 1995; Mutluluk Şiirleri, 1995; Somut Şiir, 1996; Güz Rengi, Öykü 1998; Karabıyıklıların Aksakalı Demirtaş Ceyhun, Monografya 2004; Yol Dolazları, Şiir, 2006; Güz Öyküleri, 2007; Kış Öyküleri, 2008; Bahar Öyküleri; Yaz Öyküleri, 2009. Übersetzungen ins Deutsche Orhan Veli Kanık, Nazim Hikmet, Bülent Ecevit, Behçet Necatigil, Aziz
Samstag, 24.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
EMEL HUBER
Emel huber promovierte 1981 und habilitierte 1987 an der Universität Istanbul, venia legendi: Allgemeine Linguistik. Sie lehrte Linguistik an den Universitäten Istanbul, Samsun, Bielefeld, Nürnberg, München und Brescia Italien). Seit 1996 ist sie Lehrstuhlinhaberin im Fach Turkistik an der Universität Duisburg-Essen.
Kanakisch-Deutsch und Chicano-Englisch
Trotz Unterschiede in der historischen Entwicklung haben die Türkischstämmigen in Deutschland und die Latinos in Amerika wegen Sprachkontakt und sozialer Lebensbedingungen ähnliche sprachliche und literarische Erscheinungen entwickelt. Im Vortrag wird ein Vergleich unternommen, in dem Ähnlichkeiten und Unterschiede besprochen werden.
YILMAZ ODABAŞI
Yilmaz Odabaşı, geboren 1961 in Diyarbakır, brach 1980 wegen politischer Verfolgung sein Jura-Studium ab und verbrachte ein Jahr im Militärgefängnis von Diyarbakır. Danach arbeitete er als Reporter, Journalist und Kolumnist. Er erhielt zahlreiche Preise und lebt im Dreieck zwischen İstanbul, Yalova und Siirt.
Ein türkischer Lyrikabend
Samstag, 24.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Sonntag, 26.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt: AK 5,- / 4,- (erm.)
ARMIN LASCHET & HATİCE AKYÜN
Armin Laschet, seit 2005 Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, wurde 1961 in Aachen geboren. Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München und Bonn war er u.a. als wissenschaftlicher Berater der Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süssmuth, als Chefredakteur, Geschäftsführer und Verlagsleiter tätig. 1994–1998 MdB, 1999–2005 MdEP, wo er sich schwerpunktmäßig mit Fragen der internationalen Politik beschäftigte. Seit 2000 Mitglied des Vorstands der Europäischen Volkspartei (EVP) und Präsidiumsmitglied der Christlich-Demokratischen Internationalen (CDI). Hatice Akyün wurde 1969 in Akpinar Köyü in Zentralanatolien geboren. 1972 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie seither lebt. Hatice Akyün schreibt als freie Journalistin u.a. für den „Spiegel“, „Emma“ und den „Tagesspiegel“. Mit ihrem ersten Buch „Einmal Hans mit scharfer Soße“ gelang ihr auf Anhieb ein Spiegel-Bestseller. Hatice Akyün lebt heute mit ihrer Familie in Hamburg.
Die Aufsteigerrepublik
Zuwanderung als Chance
Eine Republik erwacht und entdeckt nach mehr als 50 Jahren Migrationsgeschichte ihre Zuwanderer. Als erster Integrationsminister der Bundesrepublik Deutschland skizziert Laschet, wie es Deutschland gelingen kann, auch für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu einer Republik der Aufsteiger zu werden. Deutschland braucht eine neue Mentalität, die jedem unabhängig von seiner Herkunft gesellschaftlichen Aufstieg ermöglicht. Die demografische Entwicklung und der Mangel an qualifizierten Fachkräften machen die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte notwendig. Qualifizierte Zuwanderung muss als Chance begriffen werden, um in dem globalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können.
FATİH Çevİkkollu
Fatih Cevikkollu wurde 1972 in Köln geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Seit Ende 2005 tritt er mit seinem Soloprogramm „Fatihland“ in ganz Deutschland auf.
der moslem-tüv
Deutschland, einig Fatihland
Der Reiseführer für Eingeborene
Ist Kofferbomber Ihr Traumberuf? Sind 72 Jungfrauen im Himmel wirklich so verlockend, wenn man im Bett doch eher Profis steht? Und haben Sie schon mal ein Picknick in der Parallelgesellschaft gemacht? Der „Moslem-TV“ ist deutsche Heimatkunde einmal anders: Finden Sie die schönsten Wanderwege durch No-go-Areas, wecken Sie in sich die Lust am Beten Fatih Çevikkollu in einer katholikenkompatiblen Moschee und entdecken Sie die ultimative Verschwörung: al Qaida unterwandert die Bundesliga! Mit viel Witz und Ironie betrachtet der preisgekrönte Kabarettist Fatih Cevikkollu zusammen mit der Journalistin Sheila Mysorekar die politische Diskussion um Integration und Terrorismus – und widmet sich intelligent und humorvoll den alltäglichen Reibungspunkten zwischen In-, Um- und Ausländern in Deutschland.
Sonntag, 25.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt: AK 5,- / 4,- (erm.)
MONTAG, 26.10.2009 / gelsenkirchen
10:00 Uhr / Gesamtschule Horst
MONTAG, 26.10.2009 / GELSENKIRCHEN
14:00 Uhr / Gesamtschule Berger Feld
DIENSTAG, 27.10.2009 / Duisburg
14:00 Uhr / Erich Kästner Gesamtschule
MITTWOCH, 28.10.2009 / Gladbeck
10:00 Uhr / Heisenberg Gymnasium
MITTWOCH, 28.10.2009 / DUISBURG
14:00 UHR / Gesamtschule Globus
am Dellplatz
OSMAN ENGİN
Osman Engin wurde am 25.09.1960 nördlich von Izmir (Türkei) geboren. Er kam 1973 als Zwölfjähriger nach Deutschland. 1989 machte er seinen Hochschulabschluß als Diplom-Sozialpädagoge in Bremen. Von 1983 bis 2003 hat Osman Engin jeden Monat eine satirische Kurzgeschichte für das Stadtmagazin “Bremer” verfasst. Viele seiner Satiren wurden in überregionalen Printmedien wie der Frankfurter Rundschau, Taz usw. sowie in deutschen, französischen, dänischen, holländischen, schwedischen und kanadischen Schulbüchern veröffentlicht. Im Funkhaus Europa (WDR-Radio Bremen) präsentiert er seit 2002 seine Kurzgeschichten im Rahmen der wöchentlichen Rubrik “Alltag im Osmanischen Reich”.
LIEBER ONKEL ÖMER
Nach vielen, vielen Jahren in Deutschland löst Vorzeige-Einwanderer Osman endlich ein altes Versprechen bei seinem daheim in Anatolien lebenden Onkel Ömer ein und beschreibt ihm sein Leben in Alamanya einmal ganz genau. In vierundzwanzig Briefen greift er von Januar bis Dezember alle möglichen Anlässe auf, die einem Türken im Laufe eines Kalenderjahres in Deutschland »bemerkenswert« oder »eigenartig« vorkommen. Ob Karneval, Valentinstag, Tag der Arbeit, die Bundesliga, die Deutsche Einheit oder die Weihnachtszeit: Osman Engin beleuchtet alles mit seinem kritisch-satirischen Blick und erklärt es so, dass auch der alte anatolische Onkel sich etwas darunter vorstellen kann. Selbstverständlich kommt in dieser Völkerverständigung à la Osman auch die Gegenseite nicht zu kurz: zum Beispiel wenn Osman seinen Onkel darüber aufklärt, wie schwer es ist, den Deutschen den Ramadan oder das Opferfest nahezubringen.
LATİFE TEKİN
Latife tekin wurde 1957 in Karacafenk in der mittelanatolischen Provinz Kayseri geboren. Mit sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Istanbul, wo sie in einem Gecekondu-Viertel — so heißen die Slums der türkischen Metropolen — aufwuchs. Bereits ihre erste Veröffentlichung Sevgili Arsız Ölüm (Lieber schamloser Tod), der das Leben einer vom Dorf in die Stadt ziehenden Familie aus der Perspektive eines Mädchens in märchenhafter, an den magischen Realismus Lateinamerikas erinnernden Weise beschreibt, die Grenzen des traditionellen „Dorfromans“ und löste eine Diskussion über die Rolle des Realismus in der türkischen Literatur und das eigene kulturelle Erbe aus. Ihr zweiter Roman, „Der Honigberg“, wurde in der Türkei zu einem der meistgelesenen Bücher. Latife Tekin verfasste bisher acht Romane, der letzte davon ist Muinar (Muinar) 2006. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Istanbul.
Der Honigberg
»Mit Staunen und Angst, Zauber und Grausamkeit leben die Menschen des ›Honigbergs‹. Eine magisch-realistisch anmutende Geschichte aus der Türkei von heute, tragisch und schön zugleich.« Die Waage Abenteurlich-windschiefe Häuser entstehen über Nacht auf der Müllhalde einer türkischen Großstadt. Der Sturm rupft an den Pappwänden, schließlich reißt er die Dächer davon – doch die neuen Bewohner bleiben. Die Siedlung wächst stetig, und die Menschen trotzen dem Wind und den unermüdlichen Versuchen der Stadtherren, die Hütten niederzuwalzen. Frauen und Kinder sammeln und sortieren Müll, die Männer stehen Schlange vor Fabriken, die sie »Lungenschaden« oder »Taubes Ohr« nennen. Auf dem »Honigberg« entstehen Kaffeehäuser, Bordelle, Moscheen; man lebt Tür an Tür mit Geistern und Dämonen, es wird gestreikt, gesungen, betrogen... Latife Tekins sprühender Roman entführt in eine Welt voller Burlesken, Tragödien und Romanzen.
Montag, 26.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Montag, 26.10.2009 / Dortmund
12:50 Uhr / Grundschule Oesterholz /
Oesterholzstr. 69
14:00 UHR / Roto-Theater (in Kooperation
mit Lessing-Grundschule) / Gneisenaustr. 30
Dienstag, 27.10.2009 / Essen
10:00 Uhr / Herbartschule / Auf der Reihe 106b
11:00 UHR / Gemeinschafts-Viktoria Schule / Viktoriastr. 32
Mittwoch, 28.10.2009 / Essen
11:00 Uhr / Joachim-Schule / Joachimstr. 7a
12:00 UHR / Schiller-Schule / Immelmannstr. 6-8
AYTÜL AKAL
Ihre Biografie erzählt sie den Kindern so: „Ich wurde 1952 in Izmir in der Türkei geboren. 1971 schloss ich das American Collegiate Institut ab. 1999 wurde ich wieder Studentin und inskribierte an der Washington International University im Kunstprogramm. Meinen MA erhielt ich 2002 im Fernstudium. In den 80er-Jahren begann ich mit den Schreiben für Kinder. Mein erstes Märchenbuch „Das Kind das die Nacht mich mochte“ erschien 1991. 1995 gründete ich mit zwei anderen exzellenten Autorinnen, Aysel Gürmen and Ayla Cinaroğlu, den Uçanbalık-Verlag, der sich auf qualitativ hochwertige Kinderliteratur spezialisierte. Aytül Akal wurde nominiert für den »Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis 2010«. Dieser Preis gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.
Der Elefant, der Masern hatte
Kizamik olan fil
Auch kleine Elefanten müssen zur Schule gehen und auch kleine Elefanten haben am Morgen manchmal keinen Lust dazu. Da ist es ganz ganz praktisch, krank zu sein. Kranke können ja gar nicht in die Schule gehen. Das weiß auch die Hauptfigur dieses Buches aus der Feder von Aytül Akal. Die Krankheit, die das Elefantenkind da also plötzlich befallen hat, sind die Masern. Höchst ansteckend - Schulverbot. Aaaaaber: Kranksein ist auf die Dauer leider auch sehr langweilig, und so wird der kleine Elefant mit Hilfe einiger winziger Freunde genauso plötzlich wieder gesund und geht dann doch zur Schule, wo sicher schon seine Freunde warten...
ASLI TOHUMCU
Asli Tohumcu wurde 1974 in Leverkusen geboren. Sie arbeitet bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Rundfunkanstalt TRT2 als Reporterin und Kulturredakteurin. In den letzten zwei Jahren vertrat sie die Türkei bei den Konferenzen der Nachwuchsautoren in Deutschland und Estland). Veröffentlichungen: Abis (Kurzgeschichten, Istanbul 2003) und Sensiz Hayat Yok (Erzählung, Istanbul 2006).
kein leben ohne dich
Ein Text über Freundschaft und Tod, Reisen und Nichtankommen, Liebe und Gewalt. Ein Anti-Entwicklungs-“Kurzroman.“ Wir werden auf die Suche eines Jungen nach seinem Mädchen mitgenommen, bis durch die Naht zwischem Realem und Surrealem, zwischen Stein und Stadt, zwischen Welt und Unterwelt. Die Kompromisslosigkeit und Klarheit von Adnans Gefühlen, die Selbstverständlichkeit seiner Demut, seines Schmerzes uns seines Kindseins sind so mitreißend, dass niemand, der diese Reise begleitet, davon unberührt bleiben kann. Ein Kämpfer ist er, der den Verlust seiner Liebe nicht hinnimmt und über sein eigenes Leben hinaus alles Lebendige in die Waagschale für Mines Rückkehr wirft. Aus dem Türkischen von Christina Tremmel-Turan und Tevfik Turan.
Montag, 26.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Dienstag, 27.10.2009 / 20:00 Uhr
Entfällt wegen Krankheit
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
MARIO LEVI
Mario Levi, 1957 in Istanbul geboren und dort aufgewachsen, stammt aus einer jüdischen Familie. Nach seinem Romanistikstudium verantwortlicher Redakteur für die Kulturseite der Zeitung der jüdischen Minderheit in Istanbul, „Salom“, und Mitglied des Redaktionsvorstands der Zeitschrift „Hokka“, lehrt er heute an der Yeditepe-Universität in Istanbul Kommunikationswissenschaften. In seinen Romanen und Kurzgeschichten, die geographisch alle in Istanbul angesiedelt sind, bemüht er sich um eine Vermittlung des Lebensgefühls von nichtmuslimischen Bevölkerungsgruppen in der Türkei. Mario Levi erhielt zahlreiche Preise für seine Werke.
Istanbul war ein Märchen
»Istanbul war ein Märchen« beschreibt die Stadt der Kindheit von Mario Levi. Er führt uns durch die steilen, verschlungenen Gassen die Stadt hinauf und hinab zu den Ufern des Bosporus, erzählt vom Miteinander der unterschiedlichen Völker und Kulturen, von Juden, Griechen, Armeniern und Türken.
DEHEN ALTINER
Dehen Altıner, Professorin der Biochemie, arbeitete an drei unterschiedlichen Universitäten der Türkei, darunter die Universität Istanbul. Während ihrer akademischen Karriere musste sie gegen Schikanen und Unterdrückungen des Fakultätsdekans kämpfen, und reichte schließlich gegen ihn eine Klage auf geistige Entschädigung ein. Sie gewann den Rechtsstreit und ihr Fall sorgte als Präzedenzfall für große Schlagzeilen in türkischen Medien.Vor ihrer akademischen Karriere machte Altıner literarische Übersetzungen und war als Journalistin tätig. ber die wissenschaftlichen Publikationen hinaus, veröffentlichte sie ein Essay mit dem Titel “Biologie der Freiheit”. Ihr erster Roman “Dem Gedächtnis auf der Spur”, der das Verhältnis zwischen einem an Alzheimer erkrankten Vater und seiner Tochter thematisiert, erschien 1999. Ein Jahr später erfolgte die zweite Auflage des Romans. “Geliebte Universität” ist Altıners zweiter Roman und sie arbeitet derzeit an ihrem dritten Roman.
Sevgili Üniversite – Geliebte Universität
“Geliebte Universität” erschien 2007 in der Türkei, eine fiktive Liebesgeschichte mit erfundenen Romanfiguren, die jedoch für reale Menschen und Tatsachen stehen. Schon kurz nachdem die Nazis 1933 an die Macht gekommen waren, begannen sie, jüdische und oppositionelle Wissenschaftler aus den Universitäten und dem Land zu vertreiben. Entweder erhielten sie schlecht bezahlte und befristete Lehraufträge oder ihnen wurden die Türen gänzlich vor der Nase zugeschlagen. Die neu gegründete türkische Republik hingegen leitete einen Modernisierungsschub samt Universitätsreform ein. Ein Ergebnis: Im Unterrichtsjahr 1933-34 kamen insgesamt 85 vertriebene Wissenschaftler an die türkischen Universitäten. Auch wenn die türkische Republik nach dem ersten Weltkrieg ein verarmtes Land war, wurden dennoch für die Universitätsreform großzügige Mittel bereitgestellt. Der Roman thematisiert diesen wichtigen Abschnitt der Zeitgeschichte.
Dienstag, 27.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Dienstag, 28.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
DOĞAN HIZLAN
Doğan Hızlan wurde 1937 in Istanbul geboren. Nach Beendigung der Schulausbildung, begann er Jura zu studieren. Doğan Hızlan, dessen erster Artikel im Jahre 1954 veröffentlicht wurde, leitete die Kunst Rubriken verschiedener Zeitschriften. Nebenbei veröffentlichte er viele Literaturkritiken in vielen Zeitungen und Zeitschriften. Im Jahre 1980 veröffentlichte er eine Kindergeschichtensammlung mit dem Titel „Bayram Gömleği“ („Das Festhemd“). Nach 1980 leitete er die Zeitschrift „Gösteri“. In über 20 verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht er seine Literaturkritiken und Rezensionen. Heute ist er bei der Zeitung Hürriyet als Berater für die Publikation und am Projekt TEDA (Förderpojekt für die türkische Literatur) im Beratungskomitee tätig.
die moderne türkische literatur und ihre übersetzungslinien
Übersetzung: Recai Hallaç
YAŞAR NURİ ÖZTÜRK
Yasar Nuri Öztürk wurde 1945 geboren. Er arbeitete bis 1976 als Rechtsanwalt und promovierte 1980 in Islamischer Philosophie; seit 1993 ordentlicher Professor und Dekan der Theologischen Fakultät an der Universität Istanbul, seit 2002 Abgeordneter für die Republikanische Volkspartei im türkischen Parlament. Im Frühjahr 2005 gründete Öztürk in Ankara die »Partei des Volksaufschwungs« (»HYP- Halkin Yükselisi Partisi«), deren Vorsitzender er ist. Das Motto der Partei ist »die Aussöhnung von Ratio und Religion«.Prof. Öztürk hielt sich in zahlreichen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, Afrikas ebenso wie in den USA, Korea und Japan zu Forschungszwecken auf, arbeitete an der Universität von Grenoble und war in New York Gastprofessor für Islamische Philosophie und Mystik; zahlreiche Publikationen auch auf Arabisch, Französisch, Englisch und Persisch. Für seine Arbeiten erhielt er 1978 und 1982 Auszeichnungen der »Nationalen Türkischen Kulturstiftung«.
Der verfälschte Islam
»Die größte Bedrückung der Menschheit resultiert seit jeher aus der Verfälschung der Religion zu einer politischen Ideologie und deren Instrumentalisierung zum Betrug der Volksmassen – auch heute noch.« Der türkische Theologe Yasar Nuri Öztürk, einer der profiliertesten Gegner des Islamismus, zeigt in diesem Werk, wie der Islam verfälscht wurde, um ihn von seinen eigenen humanistischen Grundwerten zu entfernen.
Mittwoch, 28.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt: AK 5,- / 4,- (erm.)
Donnerstag, 29.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt: AK 5,- / 3,- (erm.)
MEHMET ALTAN / FUAT KEYMAN / HEINZ-JÜRGEN AXT
Mehmet Altan wurde im Januar 1953 in Ankara geboren. 1979 absolvierte er sein Studium an der Wirtschaftsakademie in Istanbul, und reiste noch in diesem Jahr für sein Doktorratsstudium nach Frankreich, das er über die Beziehungen von Türkei-USA-UDSSR erfolgreich beendete. Ab 1986 Dozent für Wirtschaftswissenschaft in Istanbul, 1993 erhielt er an der gleichen Universität seine Professur. Fuat Keyman, Professor an der Koç Universität des Fachbereichs Internationale Beziehungen, Direktor des Zentrums für Globalisierungs- und Demokratisierungsforschung (GLODEM) und Vorstandsmitglied des Zentrums für Wirtschaftsforschung und Forschung für Außenpolitik (EDAM). Seine Arbeitsschwerpunkte: Demokratisierung, Globalisierung, internationale Beziehungen, Zivilgesellschaft und die Staats-Gesellschafts-Beziehungen der Türkei. Seine Werke wurden in zahlreichen Ländern veröffentlicht.
Türkei, EU, Obama
„Die USA hat einen neuen Präsidenten: Barack Hussein Obama. Wie werden sich unter der neuen US-Regierung die Beziehungen zur Türkei und der islamischen Welt entwickeln? Kann Obama Einfluss auf die EU-Mitgliedschaft der Türkei nehmen? Und wie wird sich der EU-Beitrittsprozess der Türkei in Zukunft entwickeln? Welche Bedeutung hat hierbei die aktuelle Initiative der AKP-Regierung zur „Lösung der Kurdenfrage“? Kann der Stolperstein „Zypern“ aus dem Weg geräumt werden oder wird es bald einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen geben? Um diese und weitere Fragen wird es in der Podiumsdiskussion „Die Türkei, EU und Obama“ gehen. Freuen Sie sich auf eine spannende Diskussion mit Prof. Dr. Mehmet Altan (Universität Istanbul), Prof. Dr. Heinz-Jürgen Axt (Universität Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft) und Prof. Dr. Fuat E. Keyman (Koç Universität, Istanbul). Moderation: Burak Copur (Universität Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft)
SİBEL K. Türker
Sibel Türker wurde 1968 in Ankara geboren und studierte an der dortigen Universität Jura. 2005 erhielt sie den Yunus-Nadi-Preis für ihre schriftstellerische Tätigkeit.
Jungfernhaut
Ersin ist unangepasst, studiert Jura, liebt Zigaretten und Poesie. Ihre ältere Schwester Yesim dagegen hat sich dem Heiraten verschrieben und unterzieht sich regelmäßig Operationen, um ihre Jungfräulichkeit wiederherzustellen. Mit ihrer Mutter Songül leben sie in einer winzigen Dreizimmerwohnung in Ankara. Eine unerträgliche Situation für Ersin, die ihre Schwester und Mutter für deren Heiratswahn verachtet. An der Universität trifft Ersin ihre Mitstudentin Elif, die ihr Kopftuch unter einer Perücke verbirgt, denn es ist verboten, die Hochschule mit Kopftuch zu betreten. Elif kommt im Gegensatz zu Ersin aus einem reichen, streng islamischen Elternhaus. Trotzdem werden sie Freundinnen und Ersin wird mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert – Elif ist ihr nämlich viel ähnlicher als sie zunächst wahrhaben will. Als Ersin sich in den gläubigen Jurastudenten Samim verliebt, gerät sie in einen scheinbar ausweglosen Konflikt, denn ihr Freundeskreis wundert sich über ihren Umgang mit „den Islamisten“.
Donnerstag, 29.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Freitag, 30.10.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Murat Uyurkulak
Murat Uyurkulak wurde 1972 in Aydın geboren, studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Izmir, brach jedoch beides ab und zog schließlich nach Istanbul. Dort arbeitete er u. a. als Kellner, bersetzer, Journalist und Verleger. Heute ist er Auslandskorrespondent der Tageszeitung „Birgün“. Zudem hat er Bücher u. a. von Edward Said und Mikhail Bakunin ins Türkische übersetzt. Sein erster Roman wurde 2002 veröffentlicht und erregte sofort größtes Aufsehen, seither gilt Murat Uyurkulak als eine wichtige literarische Stimme in der zeitgenössischen türkischen Literatur. Theaterfassungen liegen von „Zorn“ bereits auf Deutsch und Polnisch vor. Sein zweiter Roman „Har“ wurde von der Literaturkritik ebenfalls enthusiastisch rezipiert.
Zorn
»Die Revolution war einst eine Wahrscheinlichkeit, und sie war sehr schön.«
Ein alter Kämpfer, mit Beinamen »der Dichter«, und ein junger Enthusiast reisen zufällig im selben Zugabteil nach Diyarbakir, trinken, rauchen Hasch, reden, bis »der Dichter« auf einmal dem jungen Mann ein Konvolut mit Manuskripten in die Hand drückt und sagt: »Los, lies!« Die lose miteinander verwobenen Erzählungen, Beschreibungen und Gespräche handeln, wie der junge Mann bald feststellt, von seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Gleichzeitig wird damit die Geschichte einer ganzen Generation erzählt, die die Hoffnung auf eine Revolution nie aufgegeben hat. Dieses Erstlingswerk ist eine literarische Sensation und sorgte bei seinem Erscheinen für Furore, weil der Roman auf hohem sprachlichen Niveau sämtliche Tabus bricht. Gleichzeitig hat der junge Autor mit »Zorn« die inoffizielle Geschichte der Türkei seit den 1950ern bis heute geschrieben.
Murat Belge
Murat Belge, geb. 1943 in Ankara, türkischer Publizist und Verleger, ist der Neffe des Schriftstellers und Politikers Yakup Kadri Karaosmanog(lu. Belge studierte Anglistik und gehörte in den 60er und 70er Jahren zu den Wortführern der linken Studentenbewegung. Nach dem Militärputsch 1980 verlor er seine akademischen Posten. Heute ist er wieder Professor für Anglistik an der Bilgi-Universität in Istanbul. Mit Gleichgesinnten gründete er einen Verlag, bei dem unter anderem die Werke von Orhan Pamuk erscheinen. Seit 2008 ist er Kolumnist der linksliberalen Zeitung Taraf.
Eine alternative Reise durch Istanbul
Istanbul, Hauptstadt dreier großer vergangener Imperien und Kulturhauptstadt Europas 2010, ist eine der ältesten, vielseitigsten und interessantesten Städte der Welt. Moderne und Tradition, Stillstand und rasante Entwicklung liegen hier so nah beieinander wie kaum an einem anderen Ort. In einer literarisch-alternativen Stadtführung durch Istanbul erfahren wir mehr vom Leben zwischen den Basaren, Bädern, Moscheen und Mythen. Wir erhalten Einblick in eine Kultur und Stadt, von der wir immer nur glaubten, sie zu kennen.
»Demokratische Öffnung« in der Türkei
Die Türkei hat einige mutige Schritte zur innen- und außenpolitischen Öffnung getan: Eine »demokratische Initiative« zur nachhaltigen Lösung des Kurdenproblems wurde angekündigt, mit Armenien eine Politik des umfassenden Ausgleichs vereinbart und mit Russland energiepolitische Abkommen getroffen, die den Spielraum der Türkei erweitern sollen. Leitlinien des Handelns sind dabei Stabilität und Wohlstand im Innern und der Dialog mit allen Nachbarstaaten. Helfen alle diese Maßnahmen, das Land zu einer strategischen Regionalmacht zu etablieren? Ist die "demokratische Öffnung" ein türkisches Projekt oder stammt sie aus dem Ausland, um dadurch die Spaltung der Türkei zu befördern.
Freitag, 30.10.2009 / 20:00 Uhr
LESUNG: Eine Alternative Reise durch Istanbul / Begrüßung & Moderation: Aslı Sevindim / Übersetzung: Recai Hallaç
Samstag, 31.10.2009 / 17:00 Uhr
LESUNG: "Demokratische Öffnung" in der Türkei / Begrüßung & Moderation:
Burak Çopur
Univerität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Samstag, 31.10.2009 / 20:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Joachim Sartorius
Joachim Sartorius, geboren 1946, ist Lyriker, bersetzer und Publizist. Er wuchs in Tunis auf und verbrachte zwei Jahrzehnte im diplomatischen Dienst in New York, Istanbul und Nikosia. Bis 2000 war er Generalsekretär des Goethe-Instituts, seit 2001 ist er Intendant der Berliner Festspiele. Er lebt und arbeitet in Berlin. 2008 erschienen sein jüngster Gedichtband Hôtel des Étrangers und bei mare die von ihm herausgegebene Gedichtanthologie Für die mit der Sehnsucht nach dem Meer.
Die Prinzeninseln
Istanbul vorgelagert, entlang der asiatischen Küste des Marmarameers befinden sich die Prinzeninseln: ein Archipel von ungewöhnlicher Schönheit und natürlicher Pracht, der seit jeher als maritimer Vorort der imperialen Metropole am Bosporus galt und geprägt ist durch eine äußerst wechselvolle Geschichte. Mit dem verliebten Blick des Dichters schildert Joachim Sartorius die Landschaft und das besondere Licht der Inseln, mit dem Interesse des politischen Beobachters stellt er das Auf und Ab der Geschichte dieses Mikrokosmos im Schatten von Istanbul-Konstantinopel-Byzanz dar, und mit dem Gespür des Romanautors schließlich gibt er eindringliche Porträts jener Personen, die durch den Reisebericht die roten Fäden legen.
Sunay Akin
Sunay Akın, 1962 in Trabzon geboren, ist Dichter, Schriftsteller und Journalist. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er ab 1984 in Zeitschriften. Charakteristisch für die Gedichte sind sein kurzer und prägnanter, vom Augenblick inspirierter Stil, der aber auch weich und lyrisch sein kann. 2005 eröffnete er in Istanbul ein Museum mit Spielzeug aus aller Welt, das er selbst gesammelt hat.
Istanbul - Nazim Hikmet auf der Spur
Sonntag, 01.11.2009 / 17:00 Uhr
Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon / Campus Essen
Universitätsstr. 12
Eintritt frei
Sabahattİn Alİ / Die kulturtechniker
Sabahattin Ali wurde 1907 in Gümülcine (im heutigen Nordgriechenland) geboren. Von 1928 bis 1930 studierte er in Deutschland und arbeitete später als Deutschlehrer in der Türkei. Zusammen mit Aziz Nesin gab er satirische und literarische Zeitschriften heraus, wurde jedoch aufgrund seiner sozialkritischen Positionen immer wieder verhaftet. Beim Versuch, nach Bulgarien zu fliehen, wurde Sabahattin Ali am 2. April 1948 kurz vor der Grenze in Kirklareli ermordet. Die genauen Umstände seines Todes hat man nie ganz klären können. Sabahattin Ali gilt als Großmeister der türkischen Prosa, seine Werke gehören zu den Klassikern der literarischen Moderne.
Der Dämon in uns
Ein großer Istanbul-Roman über die ruhelose Generation der frühen Republikjahre: Ömer und Macide, beide heimatlos in der vibrierenden Großstadt, suchen ihr Glück und verlieren es wieder. Als Ömer bei einer Fahrt auf dem Bosporus Macide erblickt, durchfährt es ihn wie ein Blitz: Er kennt diese Frau bereits! Macide bricht alle Brücken hinter sich ab, verlässt ihre Familie und zieht zu ihm in seine Kammer. Eine Weile leben die beiden selig in ihrer eigenen Welt. Doch dann melden sich die Dämonen in Ömer: Zweifel, Unsicherheit, Verlockungen. Wirre Kaffeehaus-Intellektuelle ziehen ihn in gefährliche Abenteuer. Sabahattin Ali war ein Bahnbrecher der türkischen Literatur. Sein Roman ist eine Liebeserklärung an Istanbul und seine Bewohner. Die junge Republik hat das Oberste zuunterst gekehrt. In den Kneipen, Tanzsälen, Konzert-Cafés, Kinos, dunklen Werkstätten, Märkten und Straßen begegnen sich Luxus und Armut, Absteiger und Neureiche.
Für diese Lesung, das Sabahattin Ali special project, wird die von Ralf Werner und Martin M. Hahnemann seit 1995 entwickelte Form des Elektronischen Lesekonzerts herangezogen: ein gleichwertiger Dialog zwischen Musik und Sprache unter Einbeziehung modernen Sounddesigns mit Samplern, Loops und O-Tönen sowie solistisch-improvisatorischen Elementen.
Ein Ausstellungs- und InternetProjekt über die türkische und türkischdeutsche Literatur
Türkischdeutsche und türkische Literatur in deutscher Sprache können auf über 200 Jahre des Schaffens zurückblicken. Erste Veröffentlichungen osmanisch-türkischer Literatur in deutscher Sprache erschienen bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Hierbei handelte es sich jedoch immer um einen ungleichen Austausch, ein verfremdeter Blick auf die Türkei verhinderte die Rezeption. Gesucht wurden vor allem exotische Szenarien, das Fremde, das Geheimnisvolle, ein Orient, den es zumindest in der Türkei so nicht mehr gibt.
Gleichzeitig standen den seit den sechziger Jahren nach Deutschland eingewanderten TürkInnen keinerlei Vorbilder zur Verfügung, die ihnen gezeigt hätten, was der bergang vom Leben als Bauer zu dem als Arbeiter, von den ländlichen kulturellen Traditionen zur Modernität bedeutet. Sie waren unvorbereitet, ihnen fehlte eine Brücke, es mangelte an Mitteln, um Kontakt zu der Gesellschaft aufnehmen zu können, in die sie nun gekommen waren. Ihre Wohnviertel, Kaffeehäuser, Lebensmittelläden, Moscheen und Heimatvereine ermöglichten ihnen diesen bergang und wurden gewissermaßen zu Pfeilern dieser zunächst fehlenden Brücke. Innerhalb dieser Entwicklung bildeten sich die Grundlagen einer kulturellen Infrastruktur, als deren Teil die „Gastarbeiterliteratur”, Migranten- , beziehungsweise Migrationsliteratur entstand.
Die Tradition spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein frischer, spielerischer Blick auf das reiche Erbe der Osmanischen Zeit bringt viele Werke hervor, die auf kreative Art und Weise den Modernisierungsprozess einer muslimisch geprägten, aber weitgehend säkularisierten Kultur beschreiben.
Tayfun Demir (Hrsg.)
Türkischdeutsche Literatur
Chronik literarischer Wanderungen
Dialog Edition, Duisburg 2008
92 Seiten, 12,00 Euro (D)
ISBN 978-3-9812594-1-4
Tayfun Demir (Hrsg.)
Türkische Literatur in deutscher Sprache
(1800–2008)
Dialog Edition, Duisburg 2008
144 Seiten, 16,00 Euro (D)
ISBN 978-3-9812594-0-7
Auf der Website gibt es auch einen Einblick
in die zum Projekt gehörige Ausstellung,
die dort gebucht werden kann.
Gefördert durch: Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Die Ausstellung "Die Türkische Bibliothek" ist in der Zeit vom 23.10. - 01.11. auf der Buchmesse Ruhr zu besichtigen.
Ausstellung: Die Türkische Bibliothek
Die Türkei übt auf viele Menschen in Deutschland große Faszination aus -- und das aus ganz unterschiedlichen Gründen: Sie ist populäres Reiseland für deutsche Urlauber und Herkunftsland von mehr als zweieinhalb Millionen türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in der Bundesrepublik, darunter eine zunehmende Zahl vor allem junger Menschen, die die Türkei selbst kaum mehr kennen. Sie ist Anwärterstaat für die Europäische Union und nicht zuletzt Schauplatz eines rasanten gesellschaftlichen Wandels. Doch sowohl in geschichtlicher als auch in literarischer Hinsicht gibt es noch weit mehr zu entdecken, als allgemein von unserem interessanten und wichtigen Nachbarland bekannt ist.
Aus diesem Anlass hat die Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung und dem Unionsverlag eine Wanderausstellung "Die Türkische Bibliothek" vorbereitet.
Ausgehend von der literarischen Edition "Türkische Bibliothek" im Unionsverlag -- einer Initiative der Robert Bosch Stiftung, die zuvor unübersetzte Klassiker, Erzählungen, Essays aber auch junge Lyrik in derzeit neun von insgesamt 20 Bänden präsentiert --, zeichnet die Ausstellung ein umfassendes Bild ausgewählter Autoren und ihrer Zeit: der türkischen Moderne seit Beginn des 20. Jahrhunderts. In Form von 13 informativen und graphisch ansprechenden Schautafeln und einem Exemplar der Edition "Türkische Bibliothek" veranschaulicht sie die soziale und kulturelle Komplexität der Türkei und regt zur Auseinandersetzung mit dem in Deutschland vorherrschenden Gesellschaftsbild des Landes am Bosporus an. Eine Begleitbroschüre gibt Tipps und Ideen zur Präsentation der Ausstellung.