Sie sind hier:

Polen zu Gast – spannende Diskussion und gefühlvolle Darbietungen

. .

Polen zu Gast – spannende Diskussion und gefühlvolle Darbietungen

Basil Kerski, Artur Becker, Margaux Kier

Mit 13 Gedichten der polnischen Autorin Wislawa Szymborska, die 1996 den Nobelpreis für Literatur erhielt, begann der Tag des Gastlandes Polen auf der Buchmesse RUHR.2011, der in Kooperation mit dem Künstlerverein Kosmopolen stattfand. Die Schauspielerin Joanna Stanecka trug die Gedichte eindrucksvoll sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache und mit viel Gefühl vor. Angelica Schwalldüren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, betonte die Parallelen zwischen der ältesten Migrantengruppe des Ruhrgebiets, den Polen, und den vor 50 Jahren nach Deutschland gekommenen Türken. Sie beide hätten als Arbeitsmigranten schwere Arbeit aber den Pragmatismus und den Zusammenhalt der Menschen im Ruhrgebiet kennengelernt. Am Abend diskutierten der Schriftsteller Artur Becker, der Journalist Basil Kerski und die Schauspielerin Margaux Kier gemeinsam über die Bedeutung des polnischen Schriftstellers Czeslaw Milosz und die Frage nach der Identität als „Kosmopolen“. Milosz sei demnach seiner Zeit voraus gewesen, in dem er immer auf der Suche gewesen sei und sich keiner der Strömungen des 20. Jahrhunderts hingegeben hätte. Auch durch sein Leben im Exil sei Milosz interkulturell geprägt gewesen und habe sich nie von Nationalismen einfangen lassen. Artur Becker betonte dabei, dass Künstler und Schriftsteller in einer Metasprache sprechen und daher immer schon zu den „Globalisten“ gehörten. Für die Zukunft sehe er einen Konflikt zwischen einem vermehrten Aufkommen von Nationalisten, die sich im Zuge der Globalisierung zunehmend auf nationale Grenzen beschränkten und den „Hightech-Globalisten“, die sich durch die globale technische Vernetzung nicht mehr geographisch eingrenzen lassen wollten.

Musikalisch wurde der Thementag von dem jungen Akkordeonisten Robert Kusiolek abgerundet, der mit seiner Darbietung den Zuhörern „eine Gänsehaut“ bescherte.

Zurück